CAD/CAM-gestützt gefertigter Steg
Der CAD/CAM-gestützt gefertigte Steg passte hervorragend und konnte gut an die Zahnfl eischsituation adaptiert werden. Auf die Reinigbarkeit wurde geachtet © Hanneker et. al.

Für deren Herstellung wurden traditionelle und moderne Herstellungsverfahren kombiniert. Die 62-jährige Patientin ist seit 32 Jahren im Oberkiefer zahnlos. Eine über vier Implantate abgestützte Teilprothese wurde in den vergangenen Jahren alio loco in den vorliegenden Zustand umgearbeitet. Dabei zeigte sich, dass der Wunsch nach Verbesserung sowohl aus ästhetischen als auch aus prothetischen/funktionellen Gründen absolut nachvollziehbar war. Die verbliebenen Pfeilerzähne waren nicht mehr erhaltungswürdig und die alte Prothese entsprach weder funktionell, noch ästhetisch den Gegebenheiten der Patientin. Die Dame wirkte mit ihrer alten Versorgung auf den ersten Blick wie eine Prothesenträgerin, da die Zahnaufstellung keinem ihrer physiologischen Merkmale Rechnung trug.

Im Rahmen einer umfangreichen OP wurde von Prof. Dr. Lei Li zunächst ein beidseitiger Sinuslift in Kombination mit einer Onlayplastik mit Beckenkammknochen in den städtischen Kliniken Oldenburg durchgeführt. Nach erfolgreicher Augmentation wurden ihr sieben Straumann BL-Implantate inseriert.

Diskussion und Schlussfolgerung

Mit Unterstützung des Computers können Zahntechniker heute umfangreiche Implantatversorgungen konstruieren und herstellen. Selbst weitspannige Konstruktionselemente, an die aufgrund ihrer starren Implantatverankerung ein hoher Anspruch an die Passung gestellt werden, sind mit dem entsprechenden Knowhow und einem adäquaten Fräsprotokoll problemlos realisierbar. Und auch wenn Kritiker einwenden sollten, dass es dem Patienten denkbar egal ist, dass sein Zahnersatz CAD/CAM-gestützt gefertigt wurde, so ist es doch die durch Maschinenarbeit gewonnene Zeit, die ihm letztendlich zugutekommt. Denn das Mehr an Zeit kann dem Patienten und der daraus resultierenden Individualisierung der Versorgung gewidmet werden. So ist eine Stegprothese mit optimalem  Sitz,  perfekter  Funktion  und einem  hochästhetischen  Erscheinungsbild  entstanden.

Da die gewissenhaft erarbeitete Interimsprothese bereits zu Beginn digitalisiert wurde, konnte zu jeder Zeit auf dieses Backup zurückgegriffen werden. Dies sichert die Vorhersagbarkeit des Ergebnisses, da so der Weg des Backward Planning konsequent verfolgt werden konnte. Der  Patientin konnte so zu einem frischeren und jüngeren Aussehen verholfen, vor allem aber mehr Lebensqualität zurückgegeben werden. Die abnehmbar gestaltete Prothese ist durch den Steg und das eingearbeitete Preci-Vertix sehr gut gegen vertikale und horizontale Abzugskräfte gesichert und steht somit einer festsitzenden Prothese in Punkto Tragekomfort in fast nichts nach.

Quelle: teamwork 01/2015
Autoren: Ztm. Christian Hannker, Ztm. Jan-Holger Bellmann und Alexander Schem, Dr. Erhard Reichelt, Oldenburg

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