Individuelle Abutments sind Medizinprodukte, die als überwiegend semikritisch eingestuft werden. Demnach ist eine valide  Reinigung vorgeschrieben. Das übliche Abdampfen reicht für die geforderte Desinfektionswirkung nicht aus. Dr. Peter Gehrke, Ludwigshafen, und ZTM Carsten Fischer, Frankfurt, beschäftigen sich seit Jahren mit CAD/CAM-Abutments und haben ein überschaubares, praktikables Dreistufen-Reinigungs-Protokoll für implantatprothetische Bauteile entwickelt.

So funktioniert’s

Das Abutment wird nacheinander in drei verschiedenen Reinigungsflüssigkeiten für zehn Minuten bei 60 Grad im Ultraschallgerat gereinigt. Im ersten Schritt erfolgt die Desinfektion in einer antibakteriellen Reinigungsflüssigkeit.  Im Anschluss wird das Objekt in 96%-igen Ethylalkohol gelegt und erneut für zehn Minuten im Ultraschallbad gespült. Nach der abschließenden Reinigung im medizinisch reinem destillierten Wasser wird das Bauteil verschweist an die Praxis übergeben. Dieses dreistufige Reinigungsprotokoll im Ultraschall habe in In-vitro-Studien sehr gute Ergebnisse der gereinigten Oberflache (Testgruppe) im Vergleich zu einer mit Dampfstrahler gereinigten Oberfläche (Kontrollgruppe) ergeben, wie Gehrke und Fischer unterstreichen.

 

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Redakteurin Medizin Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag, Schwerpunkte: Implantologie, Parodontologie, Endodontologie, digitale Zahnheilkunde.