Chairside-Software
Die Biogenerik der Chairside-Software berechnet die einteilige, direkt verschraubte Abutmentkrone. Für die provisorische Abutmentkrone wurden sämtliche okklusalen Kontakte eliminiert. © Bindl

Der 49-jährige Patient wünscht den Lückenschluss im vierten Quadranten mit einer Implantatversorgung. Der Zahn 46 musste aufgrund einer vertikalen Wurzelfraktur entfernt werden. Nach einer Heilungszeit von drei Monaten war die Extraktionswunde klinisch verheilt. Zur Beurteilung des Knochenangebotswurde eine DVT-Aufnahme (Orthophos XG 3D, Sirona Dental Systems) des Unterkiefers angefertigt.

In derselben Sitzung wurde mit der Intraoralkamera eines CAD/CAM chairside Systems (Omnicam AC, Sirona Dental Systems) ein intraoraler Scan des vierten Quadranten mit  Antagonist und bukkaler  Registrierung vorgenommen. Auf dem 3D-Modell, das die gingivale Oberfläche des Implantatsitus, die benachbarten Zähne und die antagonistische Situation wiedergibt, erfolgte die virtuelle prothetische Planung des fehlenden Zahns mit der Chairside-Software (Cerec Software Version  4.4,  Sirona  Dental  Systems). Nach abgeschlossener Konstruktion wurde der Datensatz (3D Modell, Planung = spätere Implantatkrone und die benachbarten Zähne) in die Röntgen- und Implantatplanungssoftware (Galileos Implant, Sirona Dental Systems) transferiert und mit dem Röntgenvolumen automatisch überlagert.

Schlussfolgerung und Diskussion

Anhand des vorliegenden Patientenfalls wurde das Verfahren beschrieben, mit CAD/CAM chairside eine Implantatversorgung von der virtuellen prothetischen Planung über die volldigitale Bohrschablone bis zur finalen Abutmentkrone herzustellen. Dieses Vorgehen erlaubt dem Zahnarzt in der Praxis ein relativ schnelles, rationelles und kostengünstiges Vorgehen für einzelne Implantate. Im Vergleich zu anderen derzeit auf dem Markt angebotenen CAD/CAM-Systemen bietet der hier gezeigte Lösungsansatz den Vorteil rationeller Abläufe ohne die externe Herstellung der Bohrschablone im Labor oder in einem Fertigungszentrum. Auch die Implantatversorgung kann in der Praxis angefertigt werden. Bereits vor der eigentlichen Therapie kann der zu versorgende Fall über das bekannte „Backward Planning“ vorbereitet  werden. DVT-Aufnahmen sind in der Planungsphase von Implantaten sehr hilfreich, da mit ihrer Hilfe das vorhandene Knochenangebot dreidimensional  visualisiert  werden  kann. Für eine geführte Aufbereitung eines Implantatbetts mittels Bohrschablonen sind DVT-Aufnahmen unabdingbar.

Quelle: teamwork 1/2016
Autor: PD Dr. Andreas Bindl 

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