„Don’t tell me – Show me!“ war das Motto des diesjährigen colloquium dental © teamwork media GmbH

Der teamwork media Verlag zeigte sich als Veranstalter rundum zufrieden mit dem Kongress – das colloquium dental sei schon etwas ganz besonderes gewesen, hieß es.

Am ersten Kongresstag standen die digitalen Themen und die Dentalindustrie im Mittelpunkt. So lieferte Hans-Jürgen Lange in seinem von Henry Schein gesponserten Vortrag einen Überblick der in seinem Fertigungszentrum eingesetzten, offenen CAD/CAM-Systeme. Dabei konnte er aufzeigen, dass unterschiedliche Indikationen unterschiedliche Systeme erfordern und die größte Maschine nicht unbedingt die universellste sein muss.

Bastian Heinloth widmete sich in seinem pritidenta-Vortrag den Möglichkeiten, die der 3D-Gesichtsscan dem Labor bringt. Grundsätzlich sieht Heinloth darin ein gutes Tool für die Patientenberatung, da sich unterschiedliche Planungsvarianten schnell und vor allem für den Patienten nachvollziehbar realisieren lassen.

CAD/CAM im Fokus

Das vermeintlich Gleiches nicht gleich ist, dass wusste Carsten Fischer in seinem Vortrag für Camlog gut zu verdeutlichen. In seinem klug gegliederten Beitrag konnte er aufzeigen, dass die Qualität der CAD/CAM-gestützten in- oder outhouse gefertigten Implantatprothetik-Komponenten stark schwankt. Daher fordert er klare Standards und einheitliche Protokolle. Enrico Steger stellte die wichtigsten Zirkonzahn-Innovationen kurz vor: beispielsweise die CAD/CAM-gestützte, implantatprothetische Planung, bei der die Dicom- und STL-Daten sinnvoll miteinander gematcht werden. Im Auftrag von Kulzer präsentierte Otmar Siegele das angulierte Cara YantaLoc Locator-System, das er zusammen mit Dr. Thomas Jehle entwickelt hat. Kulzer hat dieses Locatorsystem mit ZrO2-Patrize und systemkonformer Titanbasis in sein CAD/CAM-System cara implementiert.

Den Abschlussvortrag des ersten Kongresstages lieferte Jens Richter für Dentsply Sirona. Als Fallstricke der Digitalisierung nannte Richter die Konnektivität, da es ihm zufolge in der „offenen“ CAD/CAM-Welt gar nicht so einfach ist, STL-Daten ohne Probleme auszutauschen. Die Lösung sieht Richter in Cerec Connect, einem geschlossenen System mit offenen Schnittstellen.

Moderiert wurde das Freitagsprogramm von PD Dr. Jan-Frederik Güth. Der leitende Oberarzt der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der LMU München kennt sich im Bereich der dentalen CAD/CAM-Technologie gut aus. Im Telefoninterview mit Stefanie Hanke erklärte er, warum der Kongress auch aus zahnmedizinischer Sicht viele Highlights bot.

PD Dr. Jan-Frederik Güth im Audio-Interview:

„Don’t tell me – Show me!“

Der zweite Kongresstag nahm das Motto „Don’t tell me – Show me!“ wörtlich – denn die Referenten waren schon im Vorfeld gebeten worden, spezielle „Showeinlagen“ in ihre Vorträge einzubauen.

Als erster Referent des Samstags zeigte Hans-Jürgen Joit, welche ästhetischen Resultate mit der neuen zirkonoxidverstärkten Lithium-Silikat Keramik möglich sind. Am Ende seines Vortrags demonstrierte er live die keramische Verblendung vestibulär reduzierter Lithium-Silikat-Kronen. Zudem konnten Josef Schweiger und Maxi Grüttner in ihren Vorträgen herausarbeiten, dass der dentale 3D-Druck zwar da ist und auch bereits für bestimmte Indikationen, wie etwa Bohrschablonen, sinnvoll eingesetzt werden kann, die Technologie aber noch viel Entwicklungspotenzial besitzt.

Das nächste colloquium dental findet in zwei Jahren – wie gewohnt im IDS-Jahr – wieder in Nürnberg statt.

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Dan Krammer
Stefanie Hanke