Einführung:

Neuere digitale Technologien erlauben die Herstellung von CAD/CAM-gefertigten Lithiumdisilikat-Kronen auf Zähnen und Implantaten. Inwieweit das CAD/CAM-Verfahren einen Einfluss auf die klinischen Komplikationsraten vollkeramischer implantatgetragener Restaurationen hat, kann aufgrund der geringen Datenlage nicht abschließend beurteilt werden. Ziel der retrospektiven Studie war daher die Analyse der Überlebensraten sowie technischer und biologischer Komplikationen von CAD/CAM-Lithiumdisilikat-Einzelkronen auf Implantaten. Material und Methode: Retrospektive Auswertung der Daten von 91 Patienten (58 weiblich, 33 männlich), die 192 Implantate erhielten und nach einer mittleren Einheilzeit von 3,86 Monaten auf Titanabutments mit adhäsiv befestigten Kronen aus Lithiumdisilikat versorgt wurden.

Material und Methode:

Retrospektive Auswertung der Daten von 91 Patienten (58 weiblich, 33 männlich), die 192 Implantate erhielten und nach einer mittleren Einheilzeit von 3,86 Monaten auf Titanabutments mit adhäsiv befestigten Kronen aus Lithiumdisilikat versorgt wurden.

Ergebnisse:

Nach durchschnittlich 45,8 Monaten konnte eine Implantatüberlebensrate von 99,5 % ermittelt werden. Technische Komplikationen traten in Form von Lockerungen der Aufbauschraube, Abutmentfrakturen, Chipping der Keramik und Retentionsverlusten der Krone auf. Eine Periimplantitis wurde als biologische Komplikation bei 8 Patienten beobachtet. Bei insgesamt 11 Kronenverlusten betrug die kumulative Überlebensrate der Suprakonstruktion nach einem mittleren Beobachtungszeitraum von 41,9 Monaten 94,3 %. Die Verluste der Suprakonstruktion waren bedingt durch die Lockerung der Aufbauschraube (n = 4), Abutmentfrakturen (n = 3), Kronenfrakturen (n = 2), Entfernung wegen einer Planungsänderung (n = 1) und Periimplantitis (n = 1). Die Erfolgsrate der prothetischen Versorgung betrug bei 16 technischen und 8 biologischen Komplikationen (n = 24) 87,5 %.

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass CAD/CAM-gefertigte Kronen aus Lithiumdisilikat eine zuverlässige Therapiealternative in der Implantatprothetik sein können.

Lesen Sie die vollständige Originalarbeit als pdf-Datei
(Erstveröffentlichung ZZI – Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie 03/2016, S. 202-213):

Artikelempfehlungen

  • galerie

    Expertenzirkel - ein Thema, sechs Meinungen

    Abutmenthygiene: Was ist notwendig, was ist machbar?

    Individuelle Abutments sind Medizinprodukte, die als semikritisch und kritisch eingestuft werden. Welche Reinigungsprotokolle bieten sich an? Und wann müssen Abutments gar steril sein? Gibt es praktikable Ansätze? Lesen Sie eine Standortbestimmung im aktuellen Expertenzirkel des DENTAL MAGAZIN.

  • video

    ZZI erhält neues Konzept

    Näher, emotionaler – und weiter wissenschaftlich

    Ein neues Konzept für die Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie (ZZI) hat der Schriftleiter Prof. Dr. Bilal Al-Nawas im Interview mit unserer Redaktion angekündigt. Wohin sich die Mitgliederzeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) entwickeln wird, erläutert Al-Nawas beim Gespräch in Mainz.

Teilen:
Eric André Noack und Peter Gehrke