Monolithische Vollkeramikrestauration © Rinke

Monolithischen Versorgungen können entweder aus hochfesten Glaskeramiken (mittlere Biegefestigkeit > 350 MPa) oder aber aus transluzenten Zirkonoxidvarianten hergestellt werden.  Als Vorteil der monolithischen Restaurationen aus neuentwickelten transluzenten Zirkonoxidvarianten wird das Eliminieren des Chippingrisikos herausgestellt. Unter klinischen Gesichtspunkten sind jedoch der im Vergleich zu verblendeten Restaurationen reduzierte Platzbedarf und die damit verbundene Reduktion der Präparationstiefen bedeutsam. Auf diese Weise können erstmals konventionell zementierbare vollkeramische Kronen und Brücken mit Substanzabträgen hergestellt werden, bei denen bislang ausschließlich metallische Vollgussversorgungen möglich waren.

Potenzielles Risiko: Erhöhte Antagonistenabrasion

Als potenzielles Risiko der klinischen Anwendung monolithischer Zirkonoxidrestaurationen wurde aufgrund der Härte des Materials eine erhöhte Antagonistenabrasion gesehen. In mehreren In-vitro-Untersuchungen konnte jedoch gezeigt werden, dass polierte Zirkonoxidkeramikoberflächen eine geringere Antagonistenabrasion aufweisen als klassische Verblendkeramiken, was inzwischen durch klinische Studien bestätigt wurde.

Fasst man also die derzeit zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen, können monolithische Restaurationen im Seitenzahnbereich sowohl aus hochfesten Glaskeramiken als auch aus transluzenten Zirkonoxidvarianten in den entsprechenden Indikationen eingesetzt werden.

 Geringere technische Komplikationsrate

Die vorliegenden klinischen Daten belegen, dass monolithische Restaurationen aus hochfesten Glaskeramiken oder Zirkonoxidkeramiken im Seitenzahnbereich im Vergleich zu verblendeten Restaurationen eine geringere technische Komplikationsrate aufweisen und eine sinnvolle Behandlungsoption im vollkeramischen Behandlungskonzept darstellen. Durch die Auswahl geeigneter Instrumente kann in der Praxis unabhängig vom verwendeten Werkstoff ein einheitliches Bearbeitungsprotokoll für die Ausarbeitung und die Politur genutzt werden.

Autor: PD Dr. Sven Rinke          
Erstveröffentlichung: DENTAL MAGAZIN 4/2016

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