Auf 12 Uhr befindet sich autologes, partikuliertes Material vom kaudalen Kinnbereich, auf 2 Uhr Bio-Oss (0,5 bis 1 mm) und basal das Yxoss CBR © Seiler, Peetz, Hartmann

Insbesondere horizontale oder vertikale Kieferkammaugmentationen sowie dreidimensionale Defekte stellen immer noch eine große Herausforderung im kieferchirurgischen Alltag dar. Anhand eines Patientenfalls mit einer Schaltlücke in der Unterkieferfront – mit deutlichem ossären und weichgeweblichen Defizit – stellen die Autoren das Vorgehen in diesem Beitrag im Detail dar. Das neue Prozedere birgt viel Potenzial im Hinblick auf die schnelle und stabile Defektregeneration.

Hierfür wird ein passgenaues CAD/CAM-gefertigtes Titangerüst digital auf Basis des präoperativ erstellten DVTs individuell geplant und anhand der übermittelten DICOM-Daten mittels CAD/CAM-Verfahren in einem interaktiven Workflow erstellt. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Chirurgen.

Das Titangerüst (Yxoss CBR) wird zur Formgebung von neu zu bildendem Knochen chirurgisch über einem Knochendefekt als Volumenstütze eingebracht. Augmentiert wird mit einem Gemisch aus autologem Knochen sowie osteokonduktivem Knochenersatzmaterial (Bio-Oss) als Resorptionsschutz im Verhältnis 1:1. Über diesem Gemisch wird das Mesh lagestabil mit einer Fixierungsschraube am ortsständigen Knochen befestigt.

Schlussfolgerung

Nach einer DVT-basierten Analyse des Defekts erfolgten die Herstellung des individuell gefertigten Titangitters Yxoss CBR und die Customized Bone Regeneration. Eine konventionelle Augmentation zusammen mit einer simultanen Implantation hätte die Grenzen der konventionellen GBR-Technik überschritten und ein fragliches Therapieergebnis bedingt. Somit wäre durch ein konsekutives zweizeitiges Vorgehen die Behandlungszeit deutlich verlängert und eine höhere Komorbidität für den Patienten verursacht worden. Eine Implantation war sofort an der implantatprothetisch idealen, im Sinne des Backward-Plannings errechneten Position durchführbar.

Autoren: Dr. Marcus Seiler, MSc, Dr. Michael Peetz und Dr. Amely Hartmann
Erstveröffentlichung: teamwork 1/2016

Die komplette Fallbesprechung finden Sie hier als PDF-Download:

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