Dem vollkeramischen Zahnersatz kann eine gute Zukunftsperspektive prognostiziert werden. Grund für die Verbreitung vollkeramischer Werkstoffe sind die positiven Materialeigenschaften. Auch im Bereich der dentalen Implantologie werden zunehmend keramische Materialien thematisiert und diskutiert. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Keramikimplantat Zeramex P (Dental­point AG, Lörrach) und zeigt die Vorteile aus Sicht des Autors auf. Die wissenschaftliche ­Literatur bestätigt Titanimplantaten sehr hohe Erfolgsraten. Trotzdem wird nach metallfreien Möglichkeiten geforscht, um zum Beispiel den ästhetischen Anforderungen noch besser gerecht werden zu können. Zudem soll der stärker werdenden Patientennachfrage nach metallfreien Versorgungskonzepten Rechnung getragen werden. In den vergangenen Jahren wurde intensiv an Materialien geforscht, die hinsichtlich der Stabilität und Biokompatibilität dem Titan ähnlich sind und zudem aus ästhetischer Sicht Vorteile bringen. Insbesondere bei einem dünnen Gingivatyp ist das graue Durchscheinen eines Titanimplantats als Nachteil zu erachten. Moderne keramische Materialien – zum Beispiel Zirkonoxid – sind hier zu einer Alternative geworden. Sie sind in der Regel chemisch stabil, inert, beständig gegenüber Korrosion, biokompatibel und durch die helle Farbe deutlich weniger kompromittierend. Zudem hat Zirkonoxid eine hohe mechanische Festigkeit und ist als Material für Kronen oder Brücken gut bewährt. Seit einigen Jahren findet die Hochleistungskeramik zunehmend in der Implantologie Akzeptanz, zum Beispiel für Abutments oder Implantatkörper. Wird dem Patienten die Wahl gegeben, fällt die Entscheidung erfahrungsgemäß häufig auf die metallfreie Alternative. Auch die Wissenschaft sowie Forschung beschäftigen sich intensiv mit dieser Thematik und stellen Zahnärzten Zirkonoxid-Implantate zur Verfügung, mit denen ähnliche Erfolgsprognosen wie mit Titanimplantaten gegeben werden können.

Anforderungen an ein Implantatmaterial

Voraussetzung für den Erfolg einer Implantattherapie ist zunächst die Pri­mär­stabilität. Neben der Biologie des Knochens haben hierfür die knochenbildenden Faktoren des Implantats eine hohe Bedeutung. Grundsätzlich sind jedoch die Anforderungen an ein Implantatmaterial weitaus vielfältiger und müssen sowohl von biologischen, mechanischen, werkstoffkundlichen sowie von chirurgischen und prothetischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Zu den biologischen Forderungen zählt in erster Linie die Biokompatibilität. Die Materialien sollten nicht toxisch und/oder kanzerogen sein und müssen Sterilisationsprozessen standhalten. Wünschenswert ist ein Implantatmaterial, das die Ausbildung eines Zellattachments ermöglicht und eine Bakterienadhäsion verhindert. Der geeignete Werkstoff ist idealerweise röntgenopak, um eine radiologische Kontrolle zu gewährleisten. Als wichtige mechanische Anforderungen seien die Bruchfestigkeit, die Verschleißfestigkeit und die Formstabilität genannt. Aus zahnärztlich-chirurgischer Sicht sind die einfache Handhabung und die Möglichkeit der effektiven Kühlung während der Insertion zu betonen. Betrachtet man die prothetischen Versorgungsmöglichkeiten, ist in vielen Situationen die Mehrteiligkeit eines Implantatsystems vorteilhaft.

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Dr. Michael Leistner
Merzhausen