Die für die Zahnmediziner spannendsten Vorträge drehten sich um das Bioprinting, die Geweberegeneration und resorbierbare Implantate. Die Forschungen laufen auf Hochtouren. Inzwischen lassen sich lebende menschliche Zellen mit 3D-Druckern verarbeiten.

Patientenindividuelle Implantate haben die „große Chirurgie“ bereits revolutioniert. „Nicht mehr der Patient wird an die Prothese angepasst, sondern die Prothese individuell bestellt“, wie es der Initiator der Veranstaltung, Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, formuliert.  Die Vorteile patientenindividueller gedruckter enossaler Implantate werden derzeit dagegen kontrovers diskutiert. Al-Nawas: „Da braucht es noch Wissenschaft.“

Fakt ist, die Entwicklung schreitet rasant voran. An immer mehr Universitäten etablieren sich inzwischen 3D-Print-Labore. Deren enge Zusammenarbeit mit allen medizinischen Abteilungen sorgt für eine optimale Patientenbehandlung. Voraussetzung dafür ist ein durchdachter und stringenter Workflow. Denn nur der reibungslose Ablauf verspricht Erfolg. 

30 Aussteller, darunter modernste Zahnlabore, Implantat- und Softwarehersteller, begleiteten die Konferenz und präsentierten – zum Teil auch in eigenen Symposien – ihre neuesten Entwicklungen rund um den 3D-Druck. Auch die Osteology Foundation unterstützt die 3D-Druck-Forschung. Prof. Dr. Christer Dahlin, Mitglied des Gründungs-Boards der Foundation, zeigte sich in Mainz fasziniert von den technischen Fortschritten.

Im Rahmen der Konferenz gründete sich in Mainz die „Fachgesellschaft für 3D-Druck in der Medizin“. Die 100 Gründungsmitglieder wählten Prof. Dr.  Dr. Bilal Al-Nawas zu ihrem Gründungspräsidenten.

 

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mm
Redakteurin Medizin Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag, Schwerpunkte: Implantologie, Parodontologie, Endodontologie, digitale Zahnheilkunde.