Misserfolge, ihre Ursachen und vor allem die Optionen, diese zu verhindern, thematisierten erfahrene Implantologen auf dem Kongress der EAO aus aller Welt. Prof. Dr. Bertil Friberg aus Schweden etwa beleuchtete die Faktoren Material, Technik, Operateur und Patient. Er stellte Studien vor, die dokumentieren, dass es signifikant mehr Misserfolge bei maschinierten gegenüber rauen Oberflächen, keine Differenz im Outcome bei kurzen oder Implantaten mit Standard-Längen und keinen Unterschied zwischen ein- und zweizeitigem Vorgehen gebe.

Friberg wies anhand spezifischer Allgemeinerkrankungen bei Patienten (zum Beispiel osteogenetische Fehler, systemischem Lupus erythematodes (SLE) oder Sklerodermie) nach, dass Implantate in solchen Patienten besser funktionierten als natürliche Zähne. Zudem erklärte Friberg die Erfolgszahlen aus den Anfängen der Implantologie: Zur Startzeit der Implantologie seien die Implantate überwiegend in nichtkompromittierten Umgebungen gesetzt worden, der Knochen habe überwiegend eine ausreichende Regeneration nach Extraktion gehabt und man habe – ohne besondere Berücksichtigung der Ästhetik – für die Stabilität notwendige Abutment-Längen verwendet.

Team Amerika vs. Team Europa

Mit einem Behandlungs-Contest zwischen Amerika/Kanada und Europa fand der zweite Kongresstag einen Höhepunkt: Dr. Sonia Leziy (Kanada), Dr. Brahm Miller and Dr. Drew Ferris bildeten das US-Team, Dr. Rino Burkhardt, Prof. Dr. Jörg Strub und Dr. Marc Schätzle bildeten das „Team Europe“. Beide Teams stellten ihre Therapieoptionen für einen von Dr. Andrea Ricci vorgestellten Patienten-Fall vor. Das Ergebnis: Beide bevorzugen einen „konservativen“ Therapieansatz ohne Extraktionen, der darauf baut, selbst kompromittierte Zähne soweit es geht zu erhalten und dennoch eine vorhersagbare Lösung dem Patienten anzubieten.

Die Teilnehmer wurden dazu aufgerufen, etwas ,outside of the box‘ zu denken.

Die EAO zeigte in Paris auch andere Wege der Wissensvermittlung. Beispielsweise durch das neue Angebot „7 Minutes to convince“. Ins Leben gerufen durch das Junior Committee. Oder wie es der Vorsitzende der Session, PD Dr. Stefan Fickl, formulierte: „Die Teilnehmer wurden dazu aufgerufen etwas ,outside of the box‘ zu denken“. 40 Interessierte hatten dem Junior Committee zuvor Bewerbungen für die Session geschickt, die sieben Besten wurden ausgewählt und stellten auf der Bühne ihre Ideen und Ansätze vor. Am Ende wurde per EAO-App abgestimmt, wer am überzeugendsten war.

EAO-Kongress: Die Zukunft ist digital

Dr. Karim Dada und Dr. Leon Pariente beispielsweise zeigten die Möglichkeiten der computergestützten Implantation. „Die richtige Platzierung des Implantats sei ausschlaggebend für den Erfolg“, sagte Dada. Gerade deshalb sei jeder Tag mit guided surgery ein guter Tag. Im Moment befinden sich die zwei Kollegen einer Pariser Zahnarztpraxis in der Planungsphase, um zukünftige Implantationen komplett digital umsetzen zu können. Ohne Wax-up oder Modell.

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mm
Fachredakteur beim Deutschen Ärzteverlag mit Schwerpunkten Praxismanagement, Digitales und Praxismitarbeiterinnen