Studie Implantatüberlebensrate

Zwanzig Patienten wurden durch Implantate mittels der Flap-Less-Methodik versorgt [MI]. Ebenso viele bildeten die Kontrollgruppe mit Lappenoperation [FS]. Folgende Parameter wurden hierbei dokumentiert: Position der Implantate, Weichgewebsreaktion/-heilung, Post-operative Schmerzen, Weichgewebsergebnisse, marginaler Knochenverlust und Überlebensrate der Implantate.

Ergebnisse und Konklusion

Während des Beobachtungszeitraums zeigte keines der Implantate Dehiszenzen und keines ging verloren. Patienten der MI-Gruppe berichteten von signifikant weniger post-operativen Schmerzen und gute Wundheilungsindex-Werte konnten beobachtet werden. Die Breite der keratinisierten Gingiva in der MI-Gruppe nahm von 4,2±1,6mm auf 3,7±1,1mm zum Zeitpunkt der prothetischen Versorgung ab, blieb darauffolgend jedoch stabil. Zu keinem Zeitpunkt des Studienverlaufs wiesen die Gruppen signifikante Unterschiede im Bereich von Sondierungstiefen und marginalen Knochenverlust auf. Das Fazit der Autoren fällt dementsprechend deutlich aus: Der Verlust von keratinisierter Gingiva belaufe sich auf ein Minimum, sonstige Unterschiede zwischen beiden Versuchsgruppen sind nicht nachzuweisen.  Vorteile liegen somit im höheren Patientenkomfort. Sie gehen weiterhin mit reizloseren postoperativen Weichgewebsreaktionen bei der Flap-less-Technik einher.

Folgerung für den Praktiker

Stabile Ergebnisse in dem Beobachtungszeitraum und gesteigerte Patientenakzeptanz machen die Flap-Less-Methode zu einer attraktiven Alternative. Bei ausreichend vorhandener keratinisierter Gingiva ist dieser Ansatz in Betracht zu ziehen. Intraoperative visuelle Kontrolle durch Aufsicht auf den Knochen fehlt jedoch hierbei. Eine suffiziente und ausführliche prä-operative Planung, auch mit Hilfe entsprechender radiographischer Darstellungen, ist unentbehrlich und entscheidend für den Erfolg der Behandlung.

Originalpublikation// Minimally invasive flapless vs. flapped approach for single implant placement: a 2-year randomized controlled clinical trial // Feng Wang, Wei Huang, Zhiyong Zhang, Haowei Wang, Alberto Monje, Yiqun Wu // Clinical Oral Implants Research
Volume 28, Issue 6, Version of Record online: 19 MAY 2016 //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Annika Kröger
Annika Kröger hat in Bonn Zahnmedizin studiert und befindet sich derzeit in der Weiterbildung an der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung & Präventive Zahnheilkunde, Universität Bonn. Ihre Promotionsarbeit beschäftigt sich mit dem Mikrobiom periimplantärer Erkrankungen.