Studie Implantatüberlebensrate

Die Autoren führten eine Nachbeobachtung von 147 Patienten mit 247 Implantaten bei einer mittleren Nachsorgedauer von fünf Jahren durch. Alle Implantate hatten einen Durchmesser von 3,3 mm, eine Länge von mindestens 10 mm und wurden im Seitenzahnbereich eingesetzt. Parameter waren das Implantatüberleben, der peri-implantäre Knochenverlust sowie Risikofaktoren für das Implantatüberleben.

Ergebnisse und Konklusion

Die Überlebensrate betrug 95,1 Prozent (zwölf Implantatverluste), der peri-implantäre Knochenverlust zum Ende der Nachbeobachtung 1,74 mm. Die Verwendung neuerer Implantattypen zeigte sich als protektiver Faktor. Riskant für das Implantatüberleben stellte sich die prothetische Rehabilitation einer Freiendsituation dar. Zwischen den chirurgischen Techniken und dem Zeitpunkt der Versorgung bestanden keine signifikanten Unterschiede. Ebenso bestanden keine Unterschiede zwischen Implantaten im Ober- oder im Unterkiefer.

Somit ist das Gesamtüberleben der durchmesserreduzierten Implantate im Seitenzahnbereicht mit dem von dickeren Implantaten vergleichbar.

Folgerung für den Praktiker

Durchmesserreduzierte Implantate mit einer Länge von mindestens 10 mm können zur Rehabilitation des Seitenzahnbereichs verwendet werden. Bei der Versorgung von Einzelzahnlücken könnte durch die benachbarten Zähne ein protektiv-abstützender Effekt bestehen. Demgegenüber sind Freiendsituationen deutlich kritischer für das Implantatüberleben zu sehen. Auch eine (verzögerte) Sofortversorgung durchmesserreduzierter Implantate scheint möglich zu sein, wobei hier auf die entsprechenden Voraussetzungen (v.a. minimale Primärstabilität von >30 Ncm) geachtet werden muss.

Nichtsdestotrotz handelt es sich lediglich um eine Nachbeobachtungsstudie einer Gruppe, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht beurteilt werden sollten.

Orginalpublikation: Maló P, de Araújo Nobre M: Implants (3.3 mm diameter) for the rehabilitation of edentulous posterior regions: a retrospective clinical study with up to 11 years of follow-up. Clinical Implant dentistry and Related Research 2011.13(2): 95-103

Sie müssen eingeloggt sein, um diesen Inhalt aufrufen zu können.

Artikelempfehlungen

  • Bessere Vorhersagbarkeit des Augmentationsergebnisses

    Gut vernetzt: Hightech-Titangitter und Knochenersatzmaterial

    Die GBR-Technik hat sich zum Standardverfahren bei der Regeneration lokal begrenzter Knochendefekte im Kieferbereich entwickelt. Die vom Behandler ausgewählten GBR-Verfahren sollten in jeder klinischen Situation immer eine primäre und sekundäre Zielsetzung erfüllen.

  • Studie Implantatüberlebensratestudie

    Flap-Less-Methodik:

    Korrektur bukkaler Dehiszenz bei Sofortimplantation

    Die Autoren setzten sich zum Ziel, bukkale Knochendehiszenzen mittels Kollagen-angereicherten xenogenen Blöcken auszugleichen – jedoch ohne Verwendung eines chirurgischen Lappens oder Membranen.

Teilen:
#
PD Dr. Dr. Peer W. Kämmerer
PD Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, MA, FEBOMFS, Oberärztlicher Leiter zahnärztlich-chirurgische Poliklinik und Oberarzt Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsmedizin Rostock, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Zusatzbezeichnung: Plastische Chirurgie, Master of Arts Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Fellow of the European Board of Oro-Maxillo-Facial Surgery, Spezielle Schmerztherapie im Kopf-/Hals-Bereich, Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie.