Studien zeigen ganz klar: Die Guided Surgery erzielt bei korrekter Planung exakte Behandlungsergebnisse. „Unter in-vitro-Bedingungen liegt die Exaktheit bei fast 100 Prozent“, erklärt Prof. Dr. Hans-Joachim Nickenig, Oberarzt der Interdisziplinären Poliklinik für Orale Chirurgie und Implantologie an der Uniklinik Köln. Unter klinischen Bedingungen kämen natürlich noch andere Einflussfaktoren hinzu, beispielsweise eine eingeschränkte Mundöffnung. Doch auch unter diesen Voraussetzungen sei eine Schablone verlässlich. Die Spanne der Abweichungswerte läge lediglich im Ein- bis Zwei-Millimeter-Bereich.

Herstellungstechnisch sei der Prozess der Fertigung einer Schablone validiert. Fehler entstünden vor allem bei der Planung. Nickenig: „Die größte Fehlerquelle ist derjenige, der plant, also der Zahnarzt.“

Virtuelle Planung mit klinischer Situation abgleichen

Nickenig betont, dass der Behandler selbst die Planung durchführen und nicht an den Zahntechniker delegieren solle. Der Grund: Das perfekte Planen erfordere zahnärztliches Know-how und viel Übung. Zudem sei nur der Behandler in der Lage, die „virtuelle Planung im Computer mit der klinischen Situation abgleichen“ zu können. 

Trotz vieler Vorteile nutzen derzeit nur wenige Implantologen die Guided Surgery. Doch das dürfte sich Meinung Nickenigs schön bald ändern. „Wir sind hier noch in einem Entwicklungsprozess“, erklärt Nickenig. Erst in den vergangenen zehn Jahren habe sich auf diesem Gebiet sehr viel getan. Vor allem ließen sich viele Schritte delegieren. „Die einzige Kernkompetenz, die beim Zahnarzt bei der Herstellung dieser 3D-basierten Operationsschablonen verbleibt, ist die, dass er den Fall selbst planen muss. Die nachgelagerte Konstruktion ist dagegen eine delegierbare Leistung.“

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mm
Redakteurin Medizin Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag, Schwerpunkte: Implantologie, Parodontologie, Endodontologie, digitale Zahnheilkunde.