Kieferkamm spalten
Spezielle instrumente können den Kieferkamm minimalinvarsiv spalten. © Dürrholt

Insbesondere weiche Knochen mit wenig ausgeprägter Kortikalis sind für diese Therapieform geeignet. Neben dem Haupteinsatzgebiet im Oberkiefer lassen sich mithilfe dreidimensionaler Bildgebung auch im Unterkiefer immer wieder geeignete Fälle erkennen.

Für die Kieferkammspaltung gelten die generellen Ein- und Ausschlusskriterien für augmentative Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem Knochenerkrankungen, Radio-, Chemo- oder Bisphosphonat-Therapie, aber auch schlechte Mundhygiene und die fehlende Mitarbeit des Patienten sollten berücksichtigt werden. Weiche, spongiöse Kieferbereiche eignen sich grundsätzlich besser als harte Knochenareale mit ausgeprägter Kortikalis. Aus diesem Grund favorisieren Behandler die Kieferkammspaltungen auch im Oberkiefer. Ich empfehle präoperativ eine CT-Diagnostik. Neben der dreidimensionalen Kieferform erhält man dabei auch Informationen über Knochenaufbau und -dichte. So lassen sich Fälle finden, die auch im Unterkiefer die Kieferkammspaltung zulassen.

Knochenlamellen nicht über Elastizitätsgrenze mobilisieren

Kieferkammspaltungen zeigen stets einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Knochenverlust im Bereich der krestalen Kortikalis. Im ästhetisch anspruchsvollen Frontzahnbereich ist somit Vorsicht geboten, wenn nicht von vornherein herausnehmbar gearbeitet werden soll. Um später freiliegenden Implantatschultern vorzubeugen, inseriert man bei einer Kieferkammspaltung etwas tiefer als im normalen ortsständigen Knochen.
Ein Ziel der Kieferkammspaltung sollte sein, beide Knochenlamellen nicht über die Elastizitätsgrenze hinaus zu mobilisieren. Denn die immer wieder empfohlenen Grünholzfrakturen (Biegungsbruch) wirken sich deutlich negativ auf die Wundheilung und das spätere Ergebnis aus und sollten vermieden werden.

Da das Implantat bei einer Kieferkammspaltung zwischen zwei vitalen Knochenlamellen liegt, ist die Komplikationsquote geringer als bei An- bzw. Auflagerungsplastiken, wie Chiapasco et al. gezeigt haben [Clin. Oral. Implants. Res. Oct. 2006, 17 Suppl. 2: 136–159]. Auf Komplikationen stießen die Autoren bei 40 Prozent der membrangestützten Knochenaufbauten, aber nur bei zwei Prozent der Split-Operationen und acht Prozent der Knochenblockaugmentationen.

Quelle: DENTAL MAGAZIN 8/2015; Dr. Martin Dürholt

 Den konkreten Behandlungsfall lesen Sie hier. 

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