PD Dr. Stefan Fickl
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Als Kliniker steht man vor der Qual der Wahl, wenn es um die Auswahl eines geeigneten Knochenersatzmaterials geht. Xenogene Materialien von verschiedenen Herkunftstieren (Schwein, Rind, Pferd), allogene Materialien und alloplastische Materialien konkurrieren miteinander. Eine Tatsache muss jedoch jedem klar sein: Ein Knochenersatzmaterial wird in jedem Fall nur eine Platzhalterfunktion erfüllen und das Blutkoagulum stabilisieren und so den Raum für den neu zu bildenden Knochen offen halten.

Eine aktive oder „induktive“ Wirkung ist nicht zu erwarten und bisher auch wissenschaftlich nicht dokumentiert worden. Vielmehr scheinen dann die spezifische  Zusammensetzung des Materials und seine Resorptionskinetik wichtiger. So kann bei einer bestimmten Defektkonfiguration ein schnell resorbierbares Knochenersatzmaterial (zum Beispiel beta-Trikalziumphosphat) sinnvoll sein. Auf der anderen Seite macht beispielsweise bei mechanisch stark belasteten Augmentationen (wie im Unterkieferseitenzahnbereich) oder zum Beispiel bei weiten, nicht raumerhaltenden Defekten in der Parodontologie, ein langsam resorbierendes Ersatzmaterial Sinn. Daher sollte die Auswahl der geeigneten Augmentationsstrategie weniger von der Herkunft des Materials abhängen als vielmehr von den für jeden Defekt individuellen Anforderungen.

(Erstveröffentlichung in teamwork 05/2016)

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PD Dr. Stefan Fickl
PD Dr. Stefan Fickl ist Oberarzt mit Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie an der Abteilung für Parodontologie in der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Universitätsklinikum Würzburg.