Prof. Rolf Ewers schwört seit einigen Jahren auf Versorgungen mit kurzen Implantaten. © Martin A. Reinhart

Ewers erlebt in der Praxis häufig den Fall, dass sich Patienten mit ausgeprägten Atrophien vorstellen, die sich eine festsitzende, implantatgetragene Versorgung wünschen. Obwohl solche Versorgungen häufig viele Jahre stabil blieben, stelle sich die Frage: Geht es vielleicht trotzdem ohne Augmentation? „Man sollte immer Ausschau nach Situationen halten, in denen man kurze Implantate gegebenenfalls verwenden kann“, sagte Ewers.

2010 begann er damit, ein System mit kurzen Implantaten zu nutzen, das zu diesem Zeitpunkt bereits seit 25 Jahren auf dem Markt war und über entsprechende Daten verfügte. „Das ist nicht Prothetik in einer Stunde, sondern Prothetik für eine Stunde“, stellte Ewers seine ursprünglichen Bedenken gegenüber Versorgungen auf kurzen Implantaten dar. Fünf Jahre lang habe er überlegt, bis er kurze Implantate nutzte: „So schnell war ich nicht zu überzeugen.“

Überzeugende Alleinstellungsmerkmale

Die hervorzuhebenden Eigenschaften seien die Konus-Verbindung, die die Bakterien-Abdichtung garantiert und damit für hervorragende Schleimhautverhältnisse sorgt, die abgeschrägte Implantatschulter plus sphärisches Abutment und das Plateau-Design. „Das doppelte Platform-Switching ist eine Knochenwachstumskammer“, sagte Ewers. Mit diesem Implantatdesign erreiche man Knochenzunahme im koronalen Bereich und im Kieferhöhlenbereich.

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Augmentieren oder kurze Implantate setzen?

Wann sollte man augmentieren – und wann bieten sich Alternativen an? Zu diesem Thema nimmt Prof. Wilfried Wagner im Video mit Untertiteln Stellung. Und auch Sie sind gefragt: Sind Sie eher ein Verfechter des Knochenaufbaus oder ziehen Sie kurze Implantate vor? Stimmen Sie ab!
 
 

Ewers zeigte eine Studie, die kurzen Implantaten 100 Prozent prothetischen Erfolg über mehr als fünf Jahre bescheinigt. Auch grenzwertige Belastungen führten nicht zu einer erhöhten Implantatverlustrate. Die Verwendung kurzer Implantate reduziere Kosten, die Behandlungsdauer und die Morbidität (keine Beckenspäne, aufwendige OPs etc.).

„Kurze Implantate sind eine enorme Option für Zahnärzte und Patienten. Beide werden am Schluss wesentlich zufriedener sein“, resümierte Ewers.

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mm
ist Redakteur beim Deutschen Ärzteverlag und berichtet im Dental Online Channel von zahnmedizinischen Kongressen. Hauptgebiete Wirtschaft und Praxismanagement.