Studie Implantatüberlebensrate

DIn der Studie wurde die Verwendung von kurzen Implantaten (6 mm) mit der Verwendung von langen Implantaten (11-15 mm) verglichen. Bei den langen Implantaten setzten die Autoren eine Kombination mit einem Sinuslift im atrophierten posterioren Oberkieferknochen ein. Dieser besaß eine reduzierte Restknochenhöhe von 5-7 mm. Bei einer reduzierten Restknochenhöhe in der posterioren Maxilla werden häufig kurze Implantate verwendet, um einen chirurgischen Eingriff im Sinne eines Sinuslifts und zusätzliche Kosten für den Patienten zu vermeiden. Jedoch wurde die Erfolgsrate in verschiedenen Studien kontrovers diskutiert.  Allerdings kann auch ein Sinuslift zu biologischen Komplikationen führen.

101 Patienten erhielten 137 Implantate in der posterioren Maxilla mit einer Restknochenhöhe von 5-7 mm. Der einen Hälfte der Patienten setzte man kurze Implantate (6 mm) ein, der anderen Hälfte lange (11-15 mm) in Kombination mit einem Sinuslift. Sechs Monate nach Implantation wurden die Implantate mit Einzelkronen versorgt. Folgende Parameter erhob man bei den verbliebenen 94 Patienten mit 129 Implantaten: Implantatüberleben, Veränderungen des marginalen Knochenverlaufs, Sondierungstiefe, Blutung auf Sondieren (BoP) und Plaqueakkumulation (PCR).

Ergebnisse und Konklusion

Die Implantatüberlebensrate betrug in beiden Gruppen 100%. In beiden Gruppen konnte nach drei Jahren ein vergleichbarer Verlust von marginalem Knochen festgestellt werden. Plaqueakkumulation und Blutung auf Sondieren war in beiden Gruppen vergleichbar. Die Sondierungstiefe bei der Nachuntersuchung nach drei Jahren war bei den kurzen Implantaten etwas geringer als in der Gruppe der langen Implantate mit Sinuslift. Die klinische Relevanz ist jedoch fraglich.

Folgerung für den Praktiker

Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass sowohl kurze Implantate als auch lange Implantate in Kombination mit einem Sinuslift im atrophierten posterioren Oberkiefer zumindest über einen Zeitraum von drei Jahren erfolgreich verwendet werden können. Zur Beurteilung des Langzeiterfolgs müssen jedoch die Langzeitergebnisse noch abgewartet werden. Zudem bleibt offen, inwiefern die verschiedenen Verfahren (kurze Implantate versus lange Implantate mit Sinuslift) bei anderen prothetischen Versorgungen erfolgreich sind. Denn die Implantate in dieser Studie wurden zur besseren Vergleichbarkeit nur mit Einzelkronen versorgt.

 

Originalpublikation// Pohl, V., et al. // Short dental implants (6 mm) versus long dental implants (11-15 mm) in combination with sinus floor elevation procedures: 3-year results from a multicentre, randomized, controlled clinical trial. // J Clin Periodontol, 2017. 44(4): p. 438-445. //

Die komplette Studie finden Sie hier.