Prof. Frank Schwarz © Martin A. Reinhart

Die Devise laute „Je mehr Implantate, desto stabiler“. Für im Oberkiefer festsitzenden Zahnersatz werden derzeit mindestens sechs Implantate empfohlen und für herausnehmbaren Zahnersatz vier Implantate. Im Unterkiefer sollten mindestens vier Implantate (besser sechs) bei festsitzenden, und unter Berücksichtigung anatomischer Limitationen bei herausnehmbaren Versorgungen zwei bis vier Implantate gesetzt werden.

Zu den anatomischen Beschränkungen zählen im Unterkiefer beispielsweise der anteriore Loop des Nervus mentalis sowie der inzisive Kanal, der die interforaminale Region mit einem neurovaskulären Bündel limitiert. „Diese Einschränkungen sind vielen nicht wirklich bekannt“, sagte Schwarz. Eine Beschädigung dieser Nervenstrukturen sei auf jeden Fall zu vermeiden, da sonst Parästhesien entstehen, die irreversibel sind. Im Oberkiefer sei vor allem die Septierung der Kieferhöhle als Limitierung der Sinusbodenelevation zu beachten. Die Implantatanzahl müsse hier entsprechend angepasst werden, da auch mit kurzen Implantaten eine in- oder externe Sinusbodenelevation häufig angewendet werden müssen.

Hier hören Sie das Audio-Interview mit Prof. Dr. Frank Schwarz.

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mm
ist Redakteur beim Deutschen Ärzteverlag und berichtet im Dental Online Channel von zahnmedizinischen Kongressen. Hauptgebiete Wirtschaft und Praxismanagement.