“25 years implant dentistry. What have we learned?“ Unter diesem Motto hat gestern das 26. Treffen der Europäischen Vereinigung für Osseointegration (EAO) seine Pforten geöffnet. Mehr als 4.200 Teilnehmer lockte diese ganz besondere Jahrestagung nach Madrid. „Wir feiern 25 Jahre EAO-Kongress“, sagte Präsident Prof. Dr. Alberto Sicilia bei seiner Eröffnungsrede. Mit dabei sind in diesem Jahr auch zwei der einflussreichsten zahnärztlichen Vereinigungen Spaniens: die SEPES und die SEPA. Rund 140 Hersteller präsentieren noch bis Samstag auf der begleitenden Industrieausstellung neueste Materialien aus dem Fach.

In der Auftaktsession „From standard to advanced protocols of implant placement“ skizzierte Prof. Dr. Marc Quirynen, Belgien, die Entwicklung der Implantologie der letzten 35 bis 40 Jahre. Herausgestellt wurde etwa, welche biologischen Vorteile neue Implantatdesigns, moderat-raue Implantatoberflächen und die Einführung des Platformswitches gebracht haben.

Das war der 26. EAO-Congress in Madrid

 

Implantoplastik international etabliert

Mehr als 4200 Teilnehmer aus 78 Ländern, rund 100 Referenten und um die 140 Aussteller – das war die 26. Auflage des EAO-Congresses, der am Samstag in Madrid endete. Spannende Konzepte für den Praxisalltag bestimmten das Programm. Auch Neuheiten wurden vorgestellt.
 
 

Sofortimplantation etabliert

Den Weg vom Teeth-in-a-year-Konzept zum Teeth-in-an-hour-Protokoll stellte Dr. Göran Urde, Schweden, vor. Dabei ging er auch auf die Kosten solcher Konzepte ein. Einen systematischen Überblick zur Entwicklung der Sofortimplantation lieferte PD Dr. Arndt Happe, Münster. Hatte man in den 90er Jahren noch Probleme, auszuloten, bei welchen Patienten eine Sofortimplantation überhaupt machbar ist, lagen 2008 lagen die ersten wissenschaftlichen Daten vor, fünf Jahre später gab es entsprechende Konsensus-Statements. Heute haben sich Sofortimplantationskonzepte etabliert. Sie gehörten allerdings in die Hände geübter Behandler, betonte Happe. Fehlt die bukkale Lamelle, rät er klar ab. Stichwort „jumping distance“: Nach wie vor wird das Auffüllen des Spaltes zwischen Implantat und Alveolenwand mit Knochenersatzmaterial kontrovers diskutiert. Happe outete sich klar als „Auffüller“. Die nachweislich ästhetisch besseren Ergebnisse sprächen für sich.

Guided Bone Regeneration (GBR)

Der „Geführten Knochenregeneration gestern, heute und morgen“ widmeten sich mit Prof. Dr. Federico Hernández-Alfaro, Spanien, und Dr. Istvan Urban, Ungarn, zwei echte Koryphäen. Das unterstrich Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake aus Göttingen, der zusammen mit Dr. David Nisand, Frankreich, diese spannende Session leitete. Welche der vorgestellten Techniken für den hoch atrophierten Kiefer sich auch im Praxisalltag problemlos umsetzen lassen, erklärt er im Interview mit dem Dental Online Channel.

GBR gestern, heute und morgen – worauf kommt es an? Anne Barfuß fragte Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake:

Historie der EAO

Die EAO wurde im Jahr 1991 als ein internationales, interdisziplinäres und unabhängiges wissenschaftsbasiertes Forum für Experten mit Interesse an der Kunst und Wissenschaft der Osseointegration ins Leben gerufen. Heute ist die EAO eine der weltweit am meisten beachteten internationalen Referenzen für Osseointegration. Ziel der Gesellschaft ist es, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schlagen. Die EAO steht für bessere Patientenversorgung und stellt gleichzeitig Know-how innerhalb der oralen Implantologie in Europa bereit.

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mm
Redakteurin Medizin Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag, Schwerpunkte: Implantologie, Parodontologie, Endodontologie, digitale Zahnheilkunde.