Postoperative Kontrolle von vier in den Unterkiefer eingebrachten Miniimplantaten © Mundt
Mit einem Stichwort lässt sich schon vieles sagen: Demografie. Der Anteil der Senioren in der Gesamtbevölkerung wird rapide wachsen. Natürlich kann eine klassische implantologische Behandlung dem Patienten helfen, doch ist zu bedenken, dass in den betreffenden Fällen oft ein atrophierter Kieferkamm vorliegt, der Patient einen invasiven Eingriff ablehnt oder ihm schlicht die finanziellen Mittel dafür fehlen. Angesichts dieser Einschränkungen wird die Lösung häufiger auf Miniimplantate hinauslaufen.
 

Die Stabilisierung von Unterkiefer- und Oberkieferprothesen mit Miniimplantaten wird von niedergelassenen Praktikern seit Ende der 90er Jahre erfolgreich durchgeführt. Darüber hinaus lässt sich ihr Erfolg auch durch Studien belegen, seit etwa fünf Jahren sogar auf einem höheren Evidenzniveau. Denn während bis dahin hauptsächlich retrospektive Studien vorlagen, sind nun für bestimmte Systeme (zum Beispiel MDI, jetzt condent, Hannover) auch prospektive Untersuchungen verfügbar.

Es versteht sich von selbst, dass dies nur nach sorgfältiger Abwägung des Risiko-Nutzen-Verhältnisses und nach einer umfassenden Beratung des Patienten geschehen darf. Über die klassische Prothesenstabilisierung hinaus eignen sich Miniimplantate auch für verschiedene erweiterte Indikationen. Namentlich die Verwendung zur Pfeilervermehrung wurde bereits in verschiedenen Fallberichten beschrieben.

Fazit

Gerade für die Alterszahnheilkunde eröffnen Miniimplantate attraktive Behandlungsalternativen. In vielen Fällen lassen sich Augmentationen vermeiden und eine Prothese, die ihrem Träger Probleme beim Kauen und Sprechen bereitet, lässt sich sicher befestigen. Dabei profitiert der Patient von einer kurzen Behandlungszeit, und die anfallenden Kosten sind verglichen mit einer konventionellen Implantation niedrig. Der Zahnarzt hat die Möglichkeit, eine höherwertige Versorgung zu realisieren und dem Patienten mit einem verhältnismäßig kleinen Eingriff ein großes Stück Lebensqualität zurückzugeben.

Erstveröffentlichung: DENTAL MAGAZIN 01/2017
Autor: PD Dr. Torsten Mundt

Den Artikel in voller Länge können Sie hier lesen. 

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