Buser-Regel
Implantation in der Jugend nach den Buser-Regeln – Problem: das Implantat wächst nicht mit und ist marginal nach Abschluss des Wachstums zu lang und inzisal zu kurz. © Tetsch

Studien belegen, dass sich vor allem bei Frauen, die in jungen Jahren Implantate erhielten, die Implantatposition nach sechs bis sieben Jahren verändert [Daftary et al.]. Die Implantate stehen dann im Vergleich zu der Nachbarbezahnung deutlich höher, vor allem im Frontzahnbereich. Dann erscheint die Krone zu kurz. Der Alveolarfortsatz wird ausgebildet vom Wachstum der vitalen bleibenden Zähne.

Devitale Zähne bzw. Implantate, die in der Wachstumsphase gesetzt werden, wachsen nicht mit. Infolgedessen entsprechen die Länge der Schneidekante und das Emergenzprofil im marginalen Bereich nach Abschluss des Wachstums nicht mehr denen des kontralateralen Zahns. Korrekturen der Prothetik sind mit einfachen Mitteln möglich. Korrekturen des Durchtrittsprofils und die Veränderung der Lage des Implantats jedoch nicht.

Mindestalter: Meinungen gehen auseinander

„Wir haben genau für diese Problematik die 5D-Implantation entwickelt und implantieren nach den Buser-Regeln 1, 2 und modifiziert 3, bei der die Vertikalposition je nach Implantat-Typ nicht drei bis fünf mm unterhalb der Schmelz-Zement-Grenze des kontralateralen Zahns inseriert wird, sondern teilweise parallel oder oberhalb der Schmelz-Zement-Grenze“, so Tetsch. Hier wird das Implantat in Raum und Zeit in die Zukunft inseriert. „Das zukünftige Emergenzprofil entspricht dann dem Emergenzprofil des kontralateralen Zahns nach Abschluss des Wachstums. Zu Behandlungsbeginn ist die Krone im marginalen Durchtritt immer zu kurz gestaltet. Die Prothetik wird veränderbar konstruiert, so dass die Inzisalkante durch Verlängerung korrigiert werden kann, ggf. auch durch Neuanfertigung der Krone.“

Bei dem Mindestalter für Implantate gehen die Meinungen auseinander. „Ich erhalte Zähne, so lange es geht, ohne chirurgische Intervention und warte nach Möglichkeit den vollständigen Durchtritt der Eckzähne ab. Dies ist ein sehr wichtiger Hinweis für die frontale Entwicklung des Alveolarfortsatzes. Unter Berücksichtigung des Wachstumstyps (vertikales, horizontales oder sagittales Wachstumsmuster) ist eine frühzeitige Implantation der Schlüssel zum langfristigen Behandlungserfolg ohne chirurgische Korrekturmaßnahmen“, sagt Tetsch.

Erstveröffentlichung: DENTAL MAGAZIN 6/2016

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Redakteurin Medizin Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag, Schwerpunkte: Implantologie, Parodontologie, Endodontologie, digitale Zahnheilkunde.