Al-Nawas
Bereits drei Monate nach seinem Start in Halle könnte Prof. Al-Nawas zurück nach Mainz wechseln. © Barfuß

Die Nachricht traf alle überraschend – nicht zuletzt den Protagonisten selbst: Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, seit 1. Juli neuer Direktor der MKG-Universitätsklinik in Halle an der Saale, hat überraschend doch noch einen Ruf an die MKG-Chirurgie der Universitätsmedizin in Mainz bekommen, nachdem er im ersten Besetzungsverfahren nicht zum Zuge gekommen war. Ziel der Mainzer Universitätsmedizin ist es offenbar, Al-Nawas als unmittelbaren Nachfolger von Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner zum 1. Oktober 2017 ins Amt zu bringen. Nimmt Al-Nawas den Ruf nach Mainz an, würde er nach drei Monaten in Halle zurück nach Mainz wechseln.

Von dort war Al-Nawas an die Saale gewechselt, nachdem sich die Universitätsmedizin Mainz für Prof. Dr. Dr. Marco Rainer Kesting (45) als Wagner-Nachfolger entschieden hatte. Kesting war zuvor als MKGler Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor an der Klinik und Poliklinik an der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der TU München. Doch vergangene Woche hatte Kesting überraschend seinen Ruf nach Mainz abgelehnt, obwohl interne Quellen bestätigten, dass die Verhandlungen zwischen ihm und Mainz bereits weit fortgeschritten waren. Kesting, so heißt es nach diesen Informationen, zieht es offenbar nach Erlangen.

Den Anruf aus Mainz erhielt Al-Nawas Mitte vergangener Woche, gefolgt von „zwei Tagen ohne echten Schlaf“, wie er gegenüber dem Dental Online Channel betont. „Man kann sich vorstellen, wie schwer diese Entscheidung für mich ist“, räumt Al-Nawas ein. Ausschlaggebend für seine Entscheidung dürfte unter anderem auch seine familiäre Situation sein, obwohl der Nachzug der Familie fest eingeplant ist und die Kinder bereits Plätze an der Schule haben. Al-Nawas: „Das ist eine Angelegenheit, die uns allen sehr nahe geht.“ Nicht ohne Einfluss auf seine Entscheidung dürften die 20 Jahre seiner Tätigkeit in Mainz sein.

Abschied nicht ohne Wehmut

Al-Nawas, der seine Hallenser Mitarbeiter offen und unmittelbar informiert hatte, würde Halle nicht ohne Wehmut verlassen. Die neue Zahnklinik steht unmittelbar vor der Eröffnung: Am 4. September öffnet bereits die Ambulanz der Zahnklinik ihre Tore, die übrigen aufwändig renovierten Räume der ehemaligen Chirurgie-Klinik an der Magdeburger Straße sind derzeit gefüllt mit Umzugskartons. Die Studenten werden ab 9. Oktober dort ihre weitere Ausbildung genießen.

Prof. Al-Nawas

In unmittelbarer Nähe der Zahnklinik ist auch ein topmodernes SkillsLab, das „Dorothea-Erxleben-Lernzentrum“, eingerichtet worden, das den Studierenden durch den Einsatz von 3D-Modellen und dentalen Simulationseinheiten praxisnahe Kenntnisse und Erfahrungen vermitteln soll. Und auch die von Al-Nawas sehr geschätzte Nähe der MKG zu den anderen Kopffächern am Standort Ernst-Grube-Straße hatten seine Entscheidung für Mainz erschwert.

Al-Nawas nennt die bisherige Zeit in Halle „sehr bereichernd“. Er habe ausschließlich nette und sehr motivierte Kolleginnen und Kollegen kennen- und schätzen gelernt. Er habe sich sehr auf die Zeit in Halle gefreut – nun könne es aber anders kommen.

Artikelempfehlungen

  • Al-Nawas

    Verhandlungen erfolgreich beendet

    Perfekt! Al-Nawas kehrt zurück nach Mainz

    Exklusiv bestätigte Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas gegenüber dem Dental Online Channel, was viele bereits vermutet hatten: Er kehrt als Nachfolger von Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner ab dem 1. Dezember nach Mainz zurück.

  • Personalien: Wagner verlängert in Mainz

    Professor Schwarz erhält Ruf nach Frankfurt

    Die Würfel sind gefallen: Neuer Leiter der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Implantologie am Carolinum in Frankfurt soll Prof. Dr. Frank Schwarz werden. Schwarz, derzeit noch am Universitätsklinikum in Düsseldorf (UKD) tätig, erhielt nun den Ruf nach Frankfurt, was er gegenüber dem Dental Online Channel bestätigte.

Teilen:
mm
Bernd Schunk ist als Fachjournalist Leiter der Redaktion Medizin/Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag.