Große Vorteile der Fotodokumentation liegen in der Leistungsdokumentation, der leichteren Kommunikation des Behandlers sowohl mit dem Zahntechniker wie mit dem Patienten und in der Kommunikation des Chirurgen mit dem Prothetiker. Ganz nebenher, sagt Streckbein, könne das Material auch bei Aus-, Weiter- und Fortbildungen Verwendung finden. Streckbein: „Und es führt zu einer steileren eigenen Lernkurve.“

Als Ausstattung für die Fotodokumentation in der Praxis empfiehlt Streckbein eine gute Spiegelreflex-Kamera mit einem Ringblitz sowie ein geeignetes Objektiv. Hier rät er zu einem Makroobjektiv ohne Zoom. Es sollte 60 mm Festbrennweite haben; ideal für die Bildqualität sei eigentlich eine Brennweite von 100 mm: „Das ist dann aber zu weit weg.“ Und einen weiteren praktischen Tipp hat der Praktiker parat: „Halten Sie immer Akku oder Batterien bereit.“

Wangenretraktor und intraorale Spiegel

Für eine effektive Fotodokumentation benötige man zudem einen Wangenretraktor sowie intraorale Spiegel, die es in verschiedenen Formen (für palatinal, lingual und bukkal) und Größen gebe. Der Praktiker-Tipp: Gegen das Beschlagen der Spiegel hilft, ihn vor Anwendung in warmem Wasser anzuwärmen. Nützlich ist zudem ein Orbitaspatel, mit dem beim Fotografieren das Weichgewebe abgehalten werden kann.

Als häufigste Gründe für fehlerhafte Aufnahmen bezeichnet Streckbein die Belichtung, also falsche Belichtungszeit oder Blendeneinstellungsfehler. Neben der Belichtungsmessanzeige am Gerät ist das Histogramm gleich nach der Aufnahme oder sogar schon in der Live-Vorschau das wichtigste Instrument, um Digitalfotos optimal zu belichten. Das Histogramm ist eine Art grafische Statistik der Helligkeitsverteilung in einem Foto. Viele Digitalkameras bieten eine zuschaltbare Histogramm-Anzeige – besonders sinnvoll ist diese in der Live-Vorschau mit simulierter Belichtung: Hier schlagen (manuelle) Änderungen von Zeit und Blende auch gleich auf die angezeigte Verteilung durch. Für eine ideale Aufnahme sollte der Peak im Histogramm leicht rechts von der Mitte der Aufnahme zu sehen sein.

Zu beachten ist zudem, dass möglichst weder Blut noch Speichel auf den Fotos zu sehen sind. Und: „Das Standard-Foto-Set sollte den ganzen Mundraum zeigen.“ Zu einer guten Archivierung gehört dabei unbedingt eine gute Verschlagwortung, bei der Hinweise auf die abgelichteten Fälle gegeben werden sollten. Die Verschlagwortung sollte zumindest die Indikation, die Diagnose, die Region und die operativen Zugänge beinhalten.

Als Vorlage für eine effiziente Fotodokumentation empfahl Streckbein den interessierten Zahnärzten das Standard-Foto-Set der European Association for Cranio-Maxillo-Facial Surgery

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Bernd Schunk ist als Fachjournalist Leiter der Redaktion Medizin/Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag.