Was ist zahnmedizinischer Standard? Darüber diskutierten die Teilnehmer auf der 27. Gutachterkonferenz des BDIZ EDI in München. © Anita Wuttke / BDIZ EDI

Die Gutachterkonferenz hat den Entwurf aus dem Vorjahr aktualisiert. Konsensus war 2016, dass die Anwendung von kurzen (Implantatlänge ≤ 8mm und d ≥ 3,75 mm; ultrakurze < 6 mm), angulierten oder durchmessereduzierten Implantaten (d = < 3,5 mm) bei reduziertem Knochenangebot für viele Patienten eine verlässliche Therapieoption darstellt. Das gilt vor allem im Vergleich zu den Risiken bei der Anwendung von Implantaten mit Standarddimension in Kombination mit augmentativen Verfahren. Allerdings betonten die Gutachter, dass die spezifischen Behandlungsparameter eingehalten werden und die Behandler eine angemessene Ausbildung vorweisen müssten.

Kritik: Faktor Rauchen vernachlässigt

Unterstützt wurden diese Thesen nun durch aktuelle Studien von Prof. Dr. Dr. Rolf Ewers und Dr. Wolfgang Bolz – allerdings handelt es sich dabei nicht um randomisierte, zitierfähige Studien. Und genau darauf zielten die Nachfragen der Gutachter ab. Einig war man sich auf der Konferenz, dass die Therapie mit diesen Implantaten zu den Alternativen im Repertoire eines erfahrenen Implantologen gehören.

Kritik am in den meisten Studien fehlenden Faktor „Rauchen“ übte in München der BDZI EDI-Justiziar Prof. Dr. Thomas Ratajczak. Er bemängelte, dass die Auswirkungen des Rauchens und auch die anderer Risikofaktoren zu wenig beachtet würden.

Festgehalten wurde, dass sich der zahnmedizinische Standard nicht nur am Wunsch des Patienten, sondern auch an den Kenntnissen und Fähigkeiten des Behandlers orientieren müsse.

BDIZ EDI-Präsident Christian Berger bewertet die Konferenz im Gespräch mit dem Dental Online Channel so:

Christian Berger im Telefoninterview:

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Stefanie Hanke ist Redakteurin und veröffentlicht regelmäßig Beiträge im Dental Online Channel.