Die Gebührenlage zur Socket preservation stellte beim DGI-Sommersymposium in Frankfurt der Bingener Oralchirurg Dr. Torsten Conrad vor. Die Socket preservation wird zum Schutz vor Knochenresorption und damit zum Kieferkammerhalt eingesetzt. Sie soll zu einer knöchernen und weichgewebigen Ausheilung führen. Conrad stellte die entsprechenden Ziffern für diese Therapieoption je Zahnalveole oder Defekt nach Entfernung eines Implantats vor:
a) Knochen aus OP-Gebiet: 9090
b) KEM analog
a) und b): 9090 und analog

Gegebenenfalls kommt bei Knochen aus getrenntem OP-Gebiet, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich noch 9140 hinzu.

900 Punkte für Verwendung alloplastischen Materials 

Bei knöcherner Ausheilung der Alveole und Defektauffüllung nur mit KEM kommt GOÄ 2442 analog mit einem Zuschlag GOÄ 444 zum Zug. Bei der Verwendung alloplastischen Materials  zur Weichteilunterfütterung (entsprechend § 6.1; Ä2442) können als selbständige Leistung 900 Punkte angesetzt werden. Bei einfachem Satz sind dies 52,46 €; bei 2,3fach 120,66 € und bei 3,5fach 183,61 €. Hinzu kommt noch ein Zuschlag (Ä 444) bei ambulanter Durchführung operativer Leistungen, die mit Punktzahlen zwischen 800 und 1199 Punkten bewertet sind: 1300 Punkte (75,77 € im 1fachen Satz). In der Summe ergäbe das aus Ä 2442 analog (2,3fach 120,66 €) plus Ä 444 (1fach 75,77 €) den Gesamtbetrag von 196,43 €.

Beim Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahme, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich (9100) stehen 2694 Punkte und damit 151,52 € (1fach), 348,49 € (2,3fach) oder 530, 31 € (3,5fach) an. Der Zuschlag (0530) bei nichtstationärer Durchführung  von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 1200 und mehr Punkten bewertet sind, beträgt 400 Punkte (123,73 €, 1fach). Hier ergeben sich in der Summe aus 9100 (2,3fach 151,52 €) und 0530 (1fach 123,73 €) insgesamt 275,25 €.

Auf der Internetseite der Bundeszahnärztekammer gibt es die tabellarische Aufstellung knochenchirurgischer Leistungen und Leistungskombinationen unter der Titel „Knochenmanagement“ zum Download.

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Bernd Schunk ist als Fachjournalist Leiter der Redaktion Medizin/Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag.