Studie Implantatüberlebensrate

In dieser Studie wurde der Langzeiterfolg von Einzelzahn-Sofortimplantaten in Bezug auf ästhetische Gesichtspunkte untersucht. Hierzu lagen bisher nur Kurzzeituntersuchungen vor, die eine günstige Erfolgsrate in Bezug auf das ästhetische Ergebnis aufzeigten. Langzeituntersuchungen lagen bis dato nur zur allgemeinen Erfolgsrate vor, jedoch nicht in Bezug auf die Ästhetik. Es wurden bei 22 parodontal gesunden Patienten mit geringem Risiko für ästhetische Komplikationen (dicker Gingiva-Biotyp, intakte bukkale Knochenlamelle, beide Nachbarzähne vorhanden) Einzelzahn-Sofortimplantate in der ästhetischen Zone eingesetzt. Die Patienten hatten eine gute Mundhygiene, waren Nichtraucher und litten nicht unter Bruxismus. Es wurde Knochenersatzmaterial (Bio-Oss) zwischen Implantat und Alveole eingebracht. Die Implantate wurden sofort mit einer geschraubten provisorischen Krone mit konkavem Emergenzprofil nicht-funktionell versorgt. Im Falle von Komplikationen wie Rezessionen oder größeren Umbauprozessen des Alveolarfortsatzes wurde zusätzlich nach drei Monaten ein Bindegewebetransplantat eingebracht. Nach sechs Monaten erfolgte die definitive Versorgung mit Kronen.

Ergebnisse und Konklusion

Die Einzelzahn-Sofortimplantate zeigten eine hohe Überlebensrate und nur begrenzten marginalen Knochenverlust nach fünf Jahren. Allerdings waren nach einem Jahr Rezessionen (> 1 mm), eine Verschlechterung der Weichgewebskontur sowie Knochendefekte erkennbar.

Folgerung für den Praktiker

Bei acht von siebzehn Einzelzahn-Sofortimplantaten in der ästhetischen Zone traten trotz guter Patientenselektion und Erfahrung des Operateurs ästhetische Komplikationen auf. Aus diesem Grund kann eine grundsätzliche Anwendung dieser Methode in der täglichen Praxis nicht empfohlen werden. Es sind jedoch weitere Studien mit einer größeren Patientenzahl erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Originalpublikation// A 5-year prospective study on single immediate implants in the aesthetic zone. // Cosyn J, Eghbali A, Hermans A, Vervaeke S, De Bruyn H, Cleymaet R // J Clin Periodontol. 2016 Aug;43(8):702-9. doi: 10.1111/jcpe.12571. Epub 2016 Jun 13. //

Lesen Sie hier die Originalstudie in voller Länge.

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Alina Winkelmann
Alina Winkelmann ist Zahnärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde in Bonn.