Von links: DTMD-Gründer Prof. Dr. André Reuter, Dekan Prof. Dr. Ralf Rössler, Staatssekretärin Francine Closener, Prodekan Prof. Dr. Daniel Grubeanu. © Bernd Schunk

Mit der Gründungsfeier der University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry (DTMD) auf Schloss Wiltz (Luxemburg) wurde Fakt, was die Verantwortlichen seit geraumer Zeit vorbereitet hatten: eine Universität mit dem Ziel, die enormen Potenziale digitaler Technologien optimal für alle – einschließlich der Patienten – zu mobilisieren.

Renommierte Dozenten

Für Zahnärzte werden ab 2018 Kammer-zertifizierte postgraduale Studiengänge in der Zahnmedizin angeboten. Im Fokus stehen dabei Implantologen und Parodontologen, im Angebot auch die konservierende Zahnheilkunde und KFO. Auch in der Zahntechnik (Leitung: Olaf van Iperen) werden universitäre Fortbildungen angeboten. Auf der Perspektiv-Agenda steht ebenso die Dentalhygiene. Hinzu kommen in der Medizin unter anderem Fortbildungsgänge in der Pflege sowie Angebote für das auch in Deutschland anstehende Berufsbild des Physician Assistent.

Eine Reihe renommierter deutscher und europäischer Experten wird an der DTMD lehren. Zu den bereits verpflichteten Dozenten gehören Prof. Dr. James Deschner, PD Dr. Stefan Fickl, Prof. Dr. Anton Sculean, Prof. Dr. Michael Stimmelmayr, Dr. Josef Diemer, ZA Horst Dieterich, Dr. Karl-Ludwig Ackermann, Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets, PD Dr. Dr. Philipp Streckbein und einige mehr.

Dekan ist Prof. Ralf Rössler

Gründungs-Dekan ist Prof. Dr. Ralf Rössler, der in Wiltz Details der konzeptionellen Ideen hinter der DTMD erläuterte. Auf drei Ebenen werde die DTMD inhaltlich agieren, beschrieb Rössler. Zum einen solle durch die Arbeit an und mit digitalen Entscheidungshilfen der Schulterschluss von Handwerk und Technik professionalisiert werden. Rössler: „Das Spannungsfeld reicht von der digital erstellten prothetischen und endoprothetischen Versorgung bis zur Zusammenarbeit mit der Industrie und deren Entwicklern zur Optimierung des Einsatzes digitaler Technologien.“  Ebene zwei sei die Nutzung digitaler Angebote für die Kommunikation zwischen Arzt und Patient – oder die Beratungs- und Unterstützungskommunikation zwischen Arzt und Arzt. Drittens stehe die Beherrschung und Nutzung von „Big Data“ als wohl größte Perspektiv-Herausforderung auf der Agenda der DTMD.

Der Mannheimer wird gemeinsam mit Prodekan Prof. Dr. Daniel Grubeanu die inhaltlichen Geschicke der Universität leiten. Deutsche Zertifizierungspartner der DTMD sind diverse Zahnärzte- und Ärztekammern, die mit der DTMD einen Umsetzungspartner bekommen, der die postgraduale Fortbildung, autorisiert durch die entsprechend autorisierten Kammern, realisiert. 

Interview mit Prof. Dr. Ralf Rössler:

 

Datensicherheit und transparente Evaluation

Gründer der Universität ist Prof. Dr. André Reuter. Der bestens vernetzte Luxemburger ist bereits Gründungsrektor mehrerer Universitäten und Hochschulen. Er forciert europaweit die Bildung von Kompetenz-Zentren zur Transformation digitaler Entwicklungen in die produktive Umsetzung. Wichtig sei ihm dabei die Internationalisierung im Austausch auf universitärer Ebene. Keine Probleme, sagt Reuter, bereite die technische Umwandlung von analog in digital. Die Herausforderung liege in der Implementierung digitaler Geschäftsmodelle und der Übertragung von Aufgaben vom Menschen auf die Maschine.  

Interview mit Prof. Dr. André Reuter:

Die Qualifikation der Mitarbeiter beim Einsatz digitaler Technologien, die Frage der Datensicherheit im Gesundheitswesen sowie eine transparente Evaluationskultur stehen im Fokus der universitären Ausrichtung in Wiltz. Dies betonte anlässlich der Eröffnung der Prodekan der DTMD, Prof. Dr. Daniel Grubeanu.

Interview mit Prof. Dr. Daniel Grubeanu:

„Smart nation“ Luxemburg

Francine Closener, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Luxemburgs, hob hervor, dass Luxemburg dabei sei, sich über hochtechnologische IT-Infrastrukturen zu einer digitalen „smart nation“ zu entwickeln, die in Europa vergleichslose Datenverarbeitungs-Optionen anbieten könne. Sie überreichte abschließend die Ernennungsurkunden an Rössler als Dekan und Grubeanu als Prodekan.

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Bernd Schunk ist als Fachjournalist Leiter der Redaktion Medizin/Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag.