Ausgangssituation © Tobias K. Boehm/International Journal of Implant Dentistry

Sinusbodenaugmentationen können eine inkomplette Knochenneubildung als Komplikation nach sich ziehen. Diese sind auf chirurgische Komplikationen, Wundheilungsstörungen oder eine komplexe Anatomie des Sinus zurückzuführen. In diesem Fallbericht lag bei einem 65-jährigen Patienten nach erfolgtem beidseitigen Sinuslift eine inkomplette Augmentation rechts und links vor. Der Patient war bei guter allgemeiner Gesundheit, wies jedoch eine schwere chronisch lokalisierte Parodontitis auf.

Ergebnisse und Konklusion

Ein Jahr nach den ersten Sinusbodenaugmentationen wurde die rechte Seite mittels der Ballontechnik und die linke Seite durch einen erneuten Zugang von palatinal nachoperiert und die inkompletten Areale wurden nochmals augmentiert. Die rechte Seite wurde nach einer Einheilzeit von zwölf Monaten implantologisch erfolgreich versorgt, wohingegen die linke Seite zeitgleich mit der Augmentation mit einem Implantat versehen wurde.

Folgerung für den Praktiker

Anhand dieses Fallberichts kann gezeigt werden, dass obwohl durch den ersten Sinuslift eine inkomplette Knochenbildung stattfand, durch einen erneuten Eingriff eine vollständige Verknöcherung erzielt werden konnte und letztendlich eine erfolgreiche implantologische und prothetische Versorgung möglich war.

 

Originalpublikation // Case report on managing incomplete bone formation after bilateral sinus augmentation using a palatal approach and a dilating balloon technique // Tobias K. Boehm // International Journal of Implant Dentistry (2017) 3:3 DOI 10.1186/s40729-017-0065-7 //

Die komplette Studie finden Sie hier.

Quelle: International Journal of Implant Dentistry License Agreement

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.