Membran
Ein Interview zum Prinzip der GTR/GBR mit Dr. Bastian Wessing © Wessing

Die erste Generation von Barrieremembranen bestand aus nichtresorbierbaren Materialien wie expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE) und Celluloseacetat oder Titan. Bitte nennen Sie die Vor- und Nachteile dieser Varianten. Wann sind sie indiziert, wann kontraindiziert?

Wessing: Die Antwort liegt im Prinzip der GTR/GBR, also der Hohlraumschaffung, der Hohlraumabschirmung und den damit verbundenen Anforderungen an Membranen für diese Technik. Zu den wichtigsten Parametern gehören Biokompatibilität, Gewebeintegration, Zellokklusivität, Nährstofftransfer, Raumschaffung und -erhalt sowie das Handling [1].
Die Vorteile der nichtresorbierbaren e-PTFE-Membranen, vor allem der titanverstärkten, liegen in der guten Raumschaffung und dem langfristigen Raumerhalt über den gesamten Zeitraum bis zur Eröffnungsoperation.

Was sind die Hauptindikationen?

Wessing: Die Hauptindikation für die e-PTFE-Membranen sehe ich im Bereich der GBR zur Behandlung kritischer Defekte, insbesondere der nicht raumschaffenden ein-, zweiwandigen Defekte nach Misch & Dietsh [2] und der größeren Defekte der HVC-Klassifizierung nach Wang, horizontal ab 6 mm und/oder vertikal ab 3 mm. Hier möchte ich vor allem den vertikalen Kieferkammaufbau im posterioren Unterkiefer nennen [3].

Welche Nachteile gibt es?

Wessing: Die Nachteile liegen in der geringeren Biokompatibilität und Gewebeintegration. So kommt es beim Einsatz von e-PTFE-Membranen signifikant häufiger zu frühzeitigen Membranexpositionen und folglich zu einer verminderten Knochenregeneration. Und: Es braucht eine größere Eröffnungsoperation, um die Membran zu entfernen.

Eine Alternative sind resorbierbare Membranen …

Wessing: Korrekt, kommerziell erhältlich sind sie erstaunlicherweise bereits seit 1982. Untersucht wurden die ersten resorbierbaren Membranen ebenso wie die nichtresorbierbaren PTFE-Membranen zunächst für die GTR. Blumenthal publizierte 1990 erstmals die Verwendung einer chemisch vernetzten bovinen Kollagenmembran, (Periogen, Collagen Corporation, Palo Alto, USA) zur Behandlung von Parodontaldefekten am Menschen [4]. Anfang der 90er Jahre wurde vor allem an der Entwicklung und klinischen Erforschung von resorbierbaren Membranen aus Polylactiden, Polyglycoliden, Copolymeren sowie chemisch vernetzten Kollagenmembranen gearbeitet.

Quelle: DENTAL MAGAZIN (9/2015)
Autor: Dr. Bastian Wessing

Das Interview in ganzer Länge lesen Sie hier:

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