Emdogain
Emdogain: Applikation von Schmelztmatrixproteinen © Heinz

Für den Einsatz von Schmelzmatrixproteinen ist eine chirurgische Herangehensweise erforderlich [24–27, 29]. Nach Aufklappung wird Emdogain auf die geglättete, blutleere sowie speichelfreie Wurzeloberfläche aufgetragen. Dabei sind eine möglichst minimalinvasive und atraumatisch durchgeführte Operationstechnik sowie der dichte primäre Wundverschluss von entscheidender Bedeutung.

Ein unsauber durchgeführter chirurgischer Eingriff und vor allem ein insuffizienter Wundverschluss gehören zu den häufigsten Fehlern. Häufigster Fehler in der Nachsorge ist das Unterschätzen der Bedeutung einer guten Mundhygiene und der unterstützenden Parodontaltherapie für das Langzeitergebnis der parodontalen Regeneration [20]. Das lässt sich auf alle regenerativen Behandlungstechniken übertragen.

Komplikationsloser als Membrantechnik

Emdogain erleichtert dem Chirurgen die Arbeit, denn die Anwendung verläuft sehr viel einfacher und komplikationsloser als zum Beispiel die Membrantechnik. Diese Erkenntnis beruht auf einer nunmehr 20-jährigen persönlichen Erfahrung mit dem Präparat und wird u. a. in einer multizentrischen Studie um Mariano Sanz [23] belegt.

So können den Patienten in vielen Fällen invasivere, zeitaufwendigere und kostenintensivere Vorgehen erspart werden. Darüber hinaus entfallen mögliche Operationsrisiken, die mit Bindegewebstransplantaten oder Membrantechniken einhergehen. Das Präparat begünstigt eine ausgezeichnete Wundheilung und stimuliert gleichzeitig Knochenneubildung und Angiogenese.

Regeneratives Ergebnis absolut überzeugend

Eine gewisse Geduld gehört in der regenerativen Parodontologie dazu: Aufgrund des verzögerten Potenzials von Emdogain lässt sich das Ausmaß der Regeneration röntgenologisch erst nach drei Jahren definitiv beurteilen [4–6]. Dann ist das regenerative Ergebnis absolut überzeugend und kann bei guter Patientencompliance über einen langen Zeitraum stabil aufrechterhalten werden.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es keine Alternative zu diesem Produkt, die in vergleichbarem Umfang von wissenschaftlichen Belegen unterstützt wird. Es wäre zu wünschen, dass das große Potenzial von Emdogain, das mit Sicherheit weit über die Zahnheilkunde hinausgeht, noch intensiver erforscht würde.

Quelle: DENTAL MAGAZIN 5/2015
Autor: Dr. Bernd Heinz

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