Insgesamt wurden von 506 teilnehmenden Patienten 406 in die Auswertung der 27,5-monatigen Nachbeobachtungsphase einbezogen (Dropout: n=100; 19,8 %). Das standardisierte Vorgehen umfasste ein mechanisches Debridement in Kombination mit Antibiotika (Amoxicillin 500mg und Metronidazol 400mg; 3x täglich/ 7 Tage) oder Placebo und einer unterstützenden mechanischen Reinigung alle drei Monate.

Ergebnisse und Konklusion

Die 406 Patienten, welche vollständig eingeschlossen werden konnten (ITT=intention to treat collective), teilten sich in zwei Gruppen auf: Placebo-Gruppe: n=200; Antibiotika-Gruppe: n=206. Für den primären Outcome betrug der Median PSAL (PSAL: neuer klinischer Attachmentverlust) ≥1,3 mm 7,8 % in der Placebo-Gruppe bezogen auf 5,3 % in der Antibiotika-Gruppe. Der Unterschied war signifikant (p<0,001).

Für den sekundären Outcome wurden die Baseline-Sondierungstiefen in verschiedene Gruppen eingeteilt. Insgesamt konnte eine Verbesserung der Attachment-Level in beiden Gruppen erzielt werden. Der Attachmentgewinn in der Placebo-Gruppe war 0,4±0,7 mm verglichen mit 0,6±0,7 mm in der Antibiotika-Gruppe (p<0,001). In beiden Gruppen konnte beobachtet werden, dass bei initial stark vertieften Taschen ≥6,5 mm der Attachmentgewinn ausgeprägter war.

Folgerung für den Praktiker

Auch wenn in der Gruppe der Antibiotika ein kleiner und signifikanter Vorteil zu erkennen ist, sollte das Gesamtrisiko eines Patienten vom Behandler abgeschätzt werden, um die Entscheidung für oder gegen Antibiotika zu treffen. Der Effekt der unterstützenden Reinigung und die Reduktion von Risikofaktoren sollte nicht unterschätzt werden.

Originalpublikation // progression of periodontitis relevantly influenced by systemic antibiotics? A clinical randomized trial // Harks I, Koch R, Eickholz P, Hoffmann T, Kim T-S, Meyle J, Kaner D, Schlagenhauf U, Doering S, Holtfreter B, Gravemeier M, Harmsen D, Ehmke B // J Clin Periodontol 2015; 42: 832–842 doi: 10.1111/jcpe.12441//

Die komplette Studie finden Sie hier.  

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Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.