Sechs Repräsentanten parodontitis-assoziierter Bakterien wurden gezüchtet und verschiedenen Mundspülungs-Rezepturen ausgesetzt: Chlorhexidin (0,2%, 0,6%, [CHX]), CHX mit Cetylpyridiniumchlorid (je 0,05%), Natriumhypochlorid (0,05%), Polyhexanid (0,04% [PHMB1], 0,1% [PHMB2]), Octenidindihydrochlorid (0,1%), Fluorid (250 ppm), ätherische Öle, Povidon-Iod (10%) und Natriumchlorid (0,9%) als Kontrolle. Ebenso behandelte man die Bakterien einmal mit konventioneller PDT und auch modifiziert in Kombination mit Wasserstoffperoxid. Neben einmaliger Applikation wurde auch der Ansatz gewählt, zunächst antiseptische Mundspülungen und darauffolgende PDT/mod. PDT anzuwenden. Das Kolonienwachstum und der fluoreszenzbasierte Überlebensanteil der Bakterien standen in der Analyse im Fokus. 

Ergebnisse und Konklusion

Beinahe alle antiseptischen Mundspülungen zeigten eine Reduktion der bakteriellen Wachstumsrate, wobei CHX, CHX mit Cetylpyridiniumchlorid und Octenidindihydrochlorid einen Wachstumsstillstand erzeugten. Konventionelle PDT hingegen verursachten moderate Inhibition des Wachstums, die modifizierte Form wiederum wies maximale antimikrobielle Effekte auf. Antiseptika in Kombination mit PDT waren effektiver als Einzelanwendungen. Ätherische Öle schienen die PDT zu beeinträchtigen.

Als Fazit ziehen die Autoren, dass Kombinationsanwendungen von Antiseptika und PDT zu vielversprechenden Ergebnissen führen. Die modifizierte PDT mit Wasserstoffperoxid sei dem Hauptteil der Mundspülung und der konventionellen PDT überlegen.

Folgerung für den Praktiker

Die konventionelle PDT wird als mögliche Alternative zur antiseptischen Begleittherapie gehandelt, zeigt aber in dieser Arbeit deutliche Schwächen. CHX, welches bereits etabliert ist, hat sich in seiner Wirkung auch hier bewährt. Die besten Resultate zeigt wohl die modifizierte PDT-Methodik, jedoch sind die Ergebnisse der in vitro Studie am Patienten in dieser Deutlichkeit leider nicht zu erwarten.

Originalpublikation // Antimicrobial Efficiency of Mouthrinses Versus and in Combination With Different Photodynamic Therapies on Periodontal Pathogens in an Experimental Study // Autor: E.-M. Decker, V. Bartha, A. Kopunic, C. von Ohle // J Periodontal Res 52 (2), 162-175. 2016 Apr 01. //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Annika Kröger
Annika Kröger hat in Bonn Zahnmedizin studiert und befindet sich derzeit in der Weiterbildung an der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung & Präventive Zahnheilkunde, Universität Bonn. Ihre Promotionsarbeit beschäftigt sich mit dem Mikrobiom periimplantärer Erkrankungen.