Komplikationslose Heilung nach sieben Tagen © PD Dr. Stefan Fickl

Gerade bei der Kontrolle dieser technischen und biologischen Faktoren ist die Regeneration auch von ausgedehnten parodontalen Defekten insbesondere um einwurzelige Zähne möglich. Im vorliegenden Fall stellte sich ein 60-jähriger Patient im Rahmen der regulären unterstützenden Parodontaltherapie (UPT) zum jährlichen Parodontalbefund mit einer tiefen Sondierungstiefe mesial von Zahn 22 vor.

Die radiologische Situation zeigte einen tiefen vertikalen Knochendefekt. Eine Lockerung war aufgrund der Brückenversorgung nicht vorhanden. Nach eingehender Vorbehandlung erfolgte die Aufklappung und Darstellung der knöchernen Defektsituation mittels eines modifizierten Papillenerhaltungslappens sowie einer vertikalen Entlastungsinzision im distalen Bereich. Es zeigte sich ein tiefer zweiwandiger infraalveolärer Defekt. Die Regeneration wurde mit einem xenogenen Knochenersatzmaterial (Bio-Oss, Geistlich Biomaterials) und einer nativen Kollagenmembran (Bio-Gide, Geistlich Biomaterials) durchgeführt. Zur Vermeidung von postoperativen Weichgewebsrezessionen wurde zusätzlich ein subepitheliales Bindegewebstransplantat im bukkalen Bereich eingelegt, welches mit einem Hyaluronsäurepräparat (Hyadent, Regedent) konditioniert wurde. Der Nahtverschluss erfolgte atraumatisch mit einer nicht-resorbierbaren, monofilen Naht.

Erhalt fraglicher Zähne wichtige Therapiemöglichkeit

Der Heilungsverlauf gestaltete sich unproblematisch mit primärer Wundheilung im für die Regeneration wichtigen interproximalen Bereich. Nach vier Jahren zeigt sich eine gut ausgeheilte Situation mit geringem Gewebsverlust im Vergleich zur Ausgangssituation und einer Reduktion der Sondierungstiefe.

Trotz des vorhersagbaren Erfolgs von implantatgetragenem Zahnersatz ist der Erhalt fraglicher Zähne nach wie vor eine wichtige Therapiemöglichkeit. Gerade bei einwurzeligen Zähnen haben sich die Techniken stark verbessert, sodass heute ähnliche Erfolgsraten wie mit Implantatfixturen erzielt werden können.

Quelle: teamwork 06/2016
Autor: PD Dr. Stefan Fickl

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