Insgesamt 304 Patienten, davon 193 Frauen und 111 Männer, wurden in der Studie zu Zahnextraktionen während aktiver und unterstützender Parodontaltherapie untersucht. Alle erhielten eine nicht-chirurgische aktive Parodontaltherapie (APT) und wenn nötig auch ein chirurgisches Vorgehen, um keine Sondierungstiefen von > 3 mm vorliegen zu haben. Danach wurden alle Patienten in ein parodontales Nachsorgeprogramm (SPC) für 3-17 Jahre integriert.

Ergebnisse und Konklusion

Zum Zeitpunkt der ersten Untersuchung lag bei 45 Prozent der Patienten eine moderate und bei 41 Prozent der Patienten eine schwere Parodontitis vor. Während der APT wurden von insgesamt 7696 Zähnen 578 extrahiert, was einem prozentualen Anteil von 7,5 Prozent entspricht. Die 578 extrahierten Zähne beinhalteten 214 Weisheitszähne (37 Prozent), 284 extrahierte Zähne aus parodontalen Gründen (44 Prozent) und 78 Zähne auf Grund von anderen Gründen, wie Karies, endodontische und/oder technische Probleme (19 Prozent). In Fällen schwerer Parodontitis war die Anzahl der Extraktionen höher. Während der SPC wurden von den verbliebenen 7120 Zähnen weitere 67 extrahiert, wobei 32 wegen Wurzelfrakturen (48 Prozent), 20 wegen vorangeschrittener Parodontitis (30 Prozent), acht wegen endodontischer Probleme (12 Prozent) und sieben Zähne auf Grund von kariösen Läsionen (10 Prozent) entfernt werden mussten. Das durchschnittliche Nachsorgeintervall, in dem die Zähne extrahiert wurden, lag bei 76,3 Monaten.

Folgerung für den Praktiker

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Anzahl der Extraktionen während der aktiven parodontalen Therapie mit dem Schweregrad der Parodontitis zunehmen. Dahingehend sind Patienten mit einer schweren ausgeprägten Form der Parodontitis aufzuklären. Darüber hinaus konnte in der Studie gezeigt werden, dass durch ein sorgfältiges und engmaschiges Nachsorgeprogramm die Anzahl der Zahnextraktionen niedrig gehalten werden kann. Patienten sollten auf die Gefahr einer Wurzelfraktur und möglicher Extraktionen auf Grund voranschreitender parodontaler Läsionen hingewiesen werden.

Orginalpublikation // Long-term effects of supportive therapy in periodontal patients treated with fibre retention osseous resective surgery. II: tooth extractions during active and supportive therapy // Carnevale G, Cairo F, Tonetti MS. // J Clin Periodontal 2007; 34: 342–348. doi: 10.1111/j.1600-051X.2007.01052.x //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.