In dieser klinischen Studie wurden 100 Patienten nachuntersucht, welche vor zehn Jahren ± sechs Monate eine Initialtherapie erhalten haben. Die Nachuntersuchung umfasste einen Interleukin-1-Polymorphismus-Test, stellte die Häufigkeit der unterstützenden Parodontaltherapie (UPT) fest, den Plaquescore, den initialen Knochenverlust und Furkationsgrad der betroffenen Zähne und ob und welche Zähne als Pfeilerzähne für festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz (ZE) verwendet wurden. Die aufgenommenen Parameter wurden sowohl auf Zahn- als auch auf Patientenebene miteinander verglichen.

Ergebnisse und Konklusion

Insgesamt erfüllten 145 Patienten die Einschlusskriterien. Hiervon schieden 45 Patienten aus. 155 Zähne sind in dem beobachteten Zeitraum von zehn Jahren ± sechs Monaten verlorengegangen (29 Zähne in der Gruppe der regelmäßigen UPT, 126 Zähne in der Gruppe der unregelmäßigen UPT). Das Risiko für Zahnverlust war für Pfeilerzähne mit festsitzendem ZE doppelt (12%) und bei Zähnen mit herausnehmbaren ZE dreimal (18%) so hoch wie für Zähne, welche nicht in Zahnersatzversorgungen eingebunden waren (6%).
Auf Patientenebene zeigten eine unregelmäßige Teilnahme an der unterstützenden Parodontaltherapie (p = 0,0002), ein erhöhter Plaquescore (p = 0,0006) und das Alter des Patienten (p = 0,0001) einen signifikanten Einfluss auf den Zahnverlust. Auf Zahnebene zeigten nur der initiale Knochenverlust (p < 0,0001), die Furkationsbeteiligung (p < 0,0001) und die Einbindung in ZE als Pfeilerzahn (p = 0,005) einen signifikanten Unterschied.

Folgerung für den Praktiker

Festsitzende Versorgungen sollten im Hinblick auf das Verlustrisiko gegenüber herausnehmbaren Versorgungen bevorzugt werden. Um ZE in ausgewählten Situationen ganz zu vermeiden, sollte die verkürzte Zahnreihe in Betracht gezogen werden. Als sicherste Möglichkeit Zahnverlust zu verhindern, zeigten sich die regelmäßige Teilnahme an der unterstützenden Parodontaltherapie und die suffiziente Plaquekontrolle.

Originalpublikation // Tooth loss after active periodontal therapy. 2: tooth-related factors. // Pretzl B, Kaltschmitt J, Kim T-S, Reitmeir P, Eickholz P. // J Clin Periodontol 2008; 35: 175–182. doi: 10.1111/j.1600-051X.2007.01182.x. //

Die komplette Studie finden Sie hier. 

Artikelempfehlungen

Teilen:
#
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.