© Yuji Teramoto et al./International Journal of Implant Dentistry

Ein 66-jähriger Patient wurde zwei Jahre nach Implantation aufgrund eines Tumorgeschehens im linken Kopf-/Hals-Bereich mit 70 Gy bestrahlt. Vier Jahre nach Bestrahlung berichtete der Patient über Schmerzen und Schwellungen um die linken Implantate. Nach klinischer und röntgenologischer Untersuchung wurde eine Osteoradionekrose (ORN) im linken Unterkiefer diagnostiziert. 30 hyperbare Sauerstofftherapie-Sitzungen zeigten eine nur leichte Verbesserung, sodass ein Fibulatransplantat geplant und durchgeführt wurde. Postoperativ traten keine Komplikationen auf. In der Langzeitkontrolle blieb die Situation stabil. Weiterhin zeigten die Implantate auf der rechten Seite keinerlei Anzeichen einer Periimplantitis oder ORN.

Ergebnisse und Konklusion

Die Ursache für die einseitige Periimplantitis kann abschließend nicht erklärt werden. Ursächlich werden zwei Gründe vermutet: Zum einen kann es durch das Implantat zu Dosisveränderungen während der Bestrahlung kommen. Dies könnte zu größeren Destruktionen der Hart- und Weichgewebe führen. Zum anderen erleichtern Implantate, im Vergleich zu natürlichen Zähnen, das Eindringen von Bakterien und könnten auf diesem Weg eine ORN begünstigen. Weitere Beobachtungen sind notwendig, um die Entstehung zu klären. Die hohe Zahl an gesetzten Implantaten führt aber dazu, dass dieses Krankheitsbild in Zukunft häufiger auftreten wird.

Folgerung für den Praktiker

Das frühzeitige Erkennen einer ORN um Implantate in bestrahlten Regionen kann ausgeprägte Operationen evtl. verhindern. Die konsequente Mundhygiene ist in jedem Fall empfehlenswert.

Originalpublikation // A case of peri-implantitis and osteoradionecrosis arising around dental implants placed before radiation therapy // Yuji Teramoto, Hiroshi Kurita, Takahiro Kamata, Hitoshi Aizawa, Nobuhiko Yoshimura, Humihiro Nishimaki, Kazunobu Takamizawa // International Journal of Implant Dentistry20162:11DOI: 10.1186/s40729-016-0039-1 //

Die komplette Studie finden Sie hier.  

Quelle: International Journal of Implant Dentistry License Agreement

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Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.