Aus 596 zufällig ausgewählten Patienten wurden 62 Patienten / 126 Implantate mit einer moderaten/schweren Periimplantitis ermittelt. Alle Patienten erhielten 2003 in Schweden eine implantatunterstützte Therapie. Der periimplantäre marginale Knochenverlust wurde nach dem ersten Jahr prothetischer Versorgung bis neun Jahre danach bewertet. Moderate und/oder schwere Periimplantitis wurde als Vorliegen von Blutung/Suppuration auf Sondierung und > 2 mm Knochenverlust bei der Neun-Jahres-Untersuchung definiert. Zur Analyse des Progressionsmusters der Periimplantitis wurde ein Multilevel-Modell verwendet. Nach Ausschluss von 21 Implantaten wurden 53 Patienten und 105 Implantate in die weitere Analyse einbezogen. Anschließend wurde der Beginn der Periimplantitis zu verschiedenen Zeitpunkten ermittelt.

Ergebnisse und Konklusion

Die Multilevel-Analyse zeigte ein nicht-lineares, beschleunigtes Muster des Knochenverlusts. Berechnungen zufolge trat die Periimplantitis früh auf und bei 52 % bzw. 66 % der Implantate lag ein Knochenverlust von > 0,5 mm in den Jahren zwei und drei vor. Eine Anzahl von 70 % und 81 % der Patienten mit größer/gleich 1 Implantat wiesen einen Knochenverlust von > 0,5 mm in den Jahren zwei und drei auf.

Folgerung für den Praktiker

Es ist davon auszugehen, dass die Progression der Periimplantitis nicht linear, sondern beschleunigt ansteigt und die Mehrheit der betroffenen Fälle innerhalb der ersten drei Jahre eine Periimplantitis entwickeln. Daher ist ein rascher Therapiebeginn bei der Diagnose „Periimplantitis“ anzuraten und auf die Wichtigkeit der Prävention dieser Erkrankung hinzuweisen.

Orginalpublikation // Peri-implantitis – onset and pattern of progression // Derks J, Schaller D, Hakansson J, Wennström JL, Tomasi C, Berglundh; J Clin Periodontol 2016; 43: 383–388. doi: 10.1111/jcpe.12535.

Die komplette Studie finden Sie hier. 

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.