Periimplantäre Läsionen
Nach der Dekontamination wird der infraalveoläre Anteil mit einem xenogenen Ersatzmaterial aufgefüllt. © Fickl

Die zusätzliche Auffüllung des Defektes mit Biomaterialien wird aktuell in der Literatur kritisch diskutiert. Ziel dieses Artikels ist die Darstellung eines klinischen Beispiels einer chirurgischen Periimplantitistherapie mit Auffüllung der Defektkomponente.

Fallbericht: Behandlung periimplantärer Läsionen

Ein 45-jähriger Patient stellte sich mit Sondierungstiefen von 11 mm und gleichzeitiger Pusentleerung am Implantat 15 vor. Radiologisch konnte ein schüsselförmiger Knochenabbau bis zirka 50 Prozent der Implantatlänge festgestellt werden. Das Implantat wurde vor zirka fünf Jahren inseriert. Des Weiteren konnten mehrere insuffiziente Restaurationen festgestellt werden. Auch die Suprakonstruktion in regio 15 zeigte radiologisch eine Passungenauigkeit auf; diese war jedoch klinisch akzeptabel. Der Patient gab dumpfe Schmerzen in der Implantatregion an sowie einen unangenehmen Geschmack im Mund und Blutung bei der Mundhygiene.

Nach der Lappenelevation und der Degranulation des Defektes wurde die Implantatoberfläche zuerst mit einer sterilen Kochsalzlösung und mit einem wenig abrasiven Pulver-Wasser-Gemisch gereinigt.

Zur Stützung der marginalen Weichgewebe sowie zur Stabilisierung des Blutkoagulums wurde ein xenogenes Knochenersatzmaterial (BioOss, Geistlich Biomaterials) eingefüllt. Das klinische Bild sechs Monate nach dem Eingriff zeigte eine entzündungsfreie marginale Mukosa. Die Sondierungstiefen waren auf zirka fünf mm zurückgegangen. Ein Jahr nach der Therapie zeigt sich die Situation unauffällig; die nach dem Eingriff eingesetzte post-operative Schrumpfung insbesondere im distalen papillären Bereich ist erhalten geblieben.

Fazit

In der wissenschaftlichen Diskussion besteht Konsens, dass ausgeprägte periimplantäre Defekte, wie im vorliegenden Fall, chirurgisch behandelt werden sollten. Es ist jedoch nicht klar, ob die zusätzliche Auffüllung des Defektes mit Biomaterialien oder sogar eine Abdeckung mit einer Barrieremembran – wie im vorliegenden Fall nicht erfolgt – den Therapieerfolg erhöhen

Quelle: teamwork 05/2015
Autor: PD Dr. Stefan Fickl

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