Die 37 in die Studie eingeschlossenen Patienten, welche unter einer diagnostizierten periimplantären Muskositits litten, konnten in eine Testgruppe von 61 Implantaten – therapiert mit parodontaler Basistherapie und 0,12 Prozent Chlorhexidin –  und eine Kontrollgruppe von 58 Implantaten (parodontale Basistherapie und Placebo) eingeteilt werden. Die Basistherapie umfasste Full-Mouth-Scaling und Root-Planning.

Zum Zeitpunkt des Studienbeginns und nach einem, drei und sechs Monaten wurden folgende klinische Parameter aufgenommen: sichtbarer Plaque-Index [VPI], gingivaler Blutungsindex [GBI], Sondierungstiefe [PD] und Blutung auf Sondierung [BoP]. Daraufhin erfolgte eine Split-Plot-Analyse der Varianz und ein x²-Test mit einem Signifikanzlevel von 5 Prozent.

Ergebnisse und Konklusion

VPI, GBI, PD und BoP verbesserten sich in beiden Gruppen signifikant vom Ausgangspunkt bis hin zum Sechs-Monat-Recall. Zwischen Kontroll- und Testgruppe jedoch sind keine signifikanten Unterschiede beobachtet worden. Somit ist eine periimplantäre Mukositistherapie mit zusätzlichem Chlorhexidinpräparat nicht effektiver als das Placebo, so das Fazit der Autoren. Doch auch in dieser Studie konnte keine vollständige Rehabilitation aller entzündeten Stellen erlangt werden. Noch etwa 38 Prozent zeigten Blutung auf Sondierung, welches als Indikator für Inflammation angesehen wird.

Folgerung für den Praktiker

Periimplantäre Mukositis ist Vorläufer der Periimplantitis und stellt somit eine große Gefahr für die Überlebensrate der gesetzten Implantate dar. Die Ätiologie ist bisweilen noch nicht vollständig geklärt. Ebenso gibt es keinen Goldstandard zur Bekämpfung beider Erkrankungen. Diese Studie verdeutlicht wie einige zuvor, dass die mechanische Beseitigung von Plaque die höchste Effektivität aufzeigt.

Zusätzliche chemische Adjuvantien hingegen scheinen keinen Effekt auf das Therapieergebnis zu haben. Doch trotz effektiver Mundhygienemaßnahmen, regelmäßigen Recallintervallen, mechanischer Plaqueentfernung und der nötigen Compliance ist keine vollständig entzündungsfreie Situation aller Stellen zu erreichen. 

Dies alles lässt Grund zur Annahme, dass das Verständnis der Pathophysiologie noch nicht ausgereift genug ist. Erst dann können effiziente und vorhersagbare Therapiestrategien aufgestellt werden. So bleibt abzuwarten, welche neuen Erkenntnisse auf diesem Gebiet erlangt werden und – daraus hoffentlich resultierend – welche zuverlässige Behandlungen in Zukunft möglich sind.

Originalpublikation // Efficacy of 0.12% Chlorhexidine Gluconate for Non-Surgical Treatment of Peri-Implant Mucositis. // J Periodontol. 2016 Nov // Menezes KM, Fernandes-Costa AN, Silva-Neto RD, Calderon PS, Gurgel BC //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Annika Kröger
Annika Kröger hat in Bonn Zahnmedizin studiert und befindet sich derzeit in der Weiterbildung an der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung & Präventive Zahnheilkunde, Universität Bonn. Ihre Promotionsarbeit beschäftigt sich mit dem Mikrobiom periimplantärer Erkrankungen.