Semmes & Weinstein (SW) Wahrnehmungstest © Nishimaki et/International Journal of Implant Dentistry

In diese Studie wurden Patienten eingeschlossen, die zwischen 2000 und 2012 eine Nervverlagerung des N. alveolaris inferior mit Implantation erhielten. Von den sieben Patienten konnten sechs Patienten (bei fünf Patienten einseitige Operationen, bei einem Patienten beidseitig; fünf Frauen, ein Mann) nachuntersucht werden. Die Nachuntersuchung stützte sich auf drei unterschiedlich dicke Nylonfasern (0,165 mm, 0,215 mm, 0,315 mm). Diese wurden den Patienten drei Mal im Bereich des Kinns, der Unterlippe und des Mundwinkels aufgesetzt.

Ergebnisse und Konklusion

Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum betrug 49 Monate  (12-105 Monaten). Vollständige Wiederherstellung der Nervaktivität konnte in zwei Fällen beobachtet werden. Eine schwache bzw. moderate Hypästhesie wurde in je zwei Fällen beobachtet. Eine schwere Hypästhesie konnte in einem Fall beobachtet werden. Drei Patienten (vier Seiten) gaben keinerlei Beschwerden an. Zwei der nachuntersuchten Patienten fühlten leichte Störungen und einer beklagte eine neurosensorische Störung. Das Ergebnis zeigt, dass in Fällen, in denen eine Implantation unter normalen Umständen nicht möglich wäre, eine Nervverlagerung eine Möglichkeit darstellt, die betroffenen Patienten implantologisch zu versorgen. Bei den Patienten dieser Studie wurden rotierende Instrumente für die Nervdarstellung verwendet. Neuere oszillierende Instrumente verringern das Risiko einer Nervschädigung.

Folgerung für den Praktiker

Die Nervverlagerung ist ein obligates Mittel, um Patienten mit atrophierten Unterkiefern implantologisch zu versorgen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass das Verfahren als solches schwierig ist und sich nicht bei allen Patienten der Nerv vollständig regenerierte.

 

Originalpublikation // Subjective and qualitative assessment of neural disturbance after inferior alveolar nerve transposition for dental implant placement // Fumihiro Nishimaki, Hiroshi Kurita, Shinya Tozawa, Yuji Teramoto, Rishiho Nishizawa and Shin-ichi Yamada // International Journal of Implant Dentistry (2016) 2:14 DOI 10.1186/s40729-016-0047-1

Die komplette Studie finden Sie hier.

Quelle: International Journal of Implant Dentistry License Agreement

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Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.