Alle durchsuchten Artikel wurden im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 1960 und 31. Januar 2011 in Englisch publiziert. In jedem Artikel wurde nach Schlagworten hinsichtlich des Um- und Abbaus des Kieferkamms oder der Extraktionsalveole nach Zahnentfernung betreffend hin untersucht.

Ergebnisse und Konklusion

Die Suche ergab 20 Studien (elf randomisiert kontrollierte Studien, fünf kontrollierte Studien, vier kohorten Studien) welche alle Einschlusskriterien erfüllten und in die Auswertung eingeschlossen werden konnten. Die Ergebnisse zeigten einen höheren horizontalen als vertikalen Knochenverlust. Auch in der kombinierten Gruppe (Weich- und Hartgewebe) konnte ein größerer horizontaler als vertikaler Verlust beobachtet werden. In der Gruppe der Raucher wurden signifikant höhere Knochenverluste ermittelt.

Folgerung für den Praktiker

Der Umbau des Alveolarkamms schreitet in den ersten drei Monaten nach Extraktion zügig voran. Um sowohl für eine sichere Implantation als auch ästhetische Versorgung eine optimale Ausgangssituation vorzufinden ist es notwendig sich mit dem Um- und Abbau des Kieferkamms intensiv auseinanderzusetzen. Auch wenn die Umbauprozesse nicht vollständig aufzuhalten sind, zeigen die Ergebnisse schlechtere Werte für Raucher. Dies sollte vom Praktiker berücksichtigt werden. Es sind weitere Studien notwendig um die Umbauprozesse besser zu einschätzen und sichere Prognosen geben zu können.

Originalpublikation // A systematic review of post-extrac- tional alveolar hard and soft tissue dimensional changes in humans // Tan WL, Wong TL, Wong MC, Lang NP // Clin. Oral. Impl. Res. 23(Suppl. 5), 2012, 1–21 doi: 10.1111/j.1600-0501.2011.02375.x //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.