Epikrestale Insertion
Messverfahren: Die Röntgenaufnahme links wurde unmittelbar nach epikrestaler Insertion eines Implantats angefertigt, die Aufnahme rechts zu einem späteren Zeitpunkt. © Knöfler

Das Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie war es, den marginalen periimplantären Knochenverlust anhand von Röntgenaufnahmen zu untersuchen, die in einer mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Praxis über einen Zeitraum von 17 3/4 Jahren zusammengetragen wurden. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass zwischen den verschiedenen Implantattypen kein Unterschied hinsichtlich des Knochenverlustes festgestellt werden würde. Der Einfluss von implantatspezifischen Gestaltungsmerkmalen, prothetischen Versorgungen und der Implantat-Abutment-Verbindung wurde untersucht.

Materialien und Methoden

In dieser retrospektiven Studie wurden Röntgenaufnahmen (post-operativ und bei Nachuntersuchungen) von Patienten digitalisiert, die in einem Zeitraum von 17 3/4 Jahren in einer niedergelassenen Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Implantate erhalten hatten. Die Veränderungen des periimplantären Knochenniveaus wurden gemessen und deskriptive statistische Werte berechnet.

Ergebnisse

Die Studie umfasste 569 Patienten im Alter zwischen 14,8 und 84,4 Jahren. Sie erhielten insgesamt 1434 Implantate. Von 173 Implantaten (12,1 %) wurden die Aufnahmen ausgeschlossen, weil keine Röntgenbilder von Nachuntersuchungen vorlagen. Insgesamt 3613 Röntgenaufnahmen wurden von den verbleibenden 1261 Implantaten angefertigt – davon 506 von Astra Tech Dental (40,1 %), 558 von Camlog (44,3 %) und 197 von DENTSPLY Friadent (15,6 %). Die Messungen verteilten sich gleichmäßig auf Ober- und Unterkiefer. Der marginale Knochenverlust nahm nach den ersten 2 Jahren deutlich ab und im Oberkiefer wurde signifikant (p < 0,05) mehr Knochenverlust festgestellt (Mittelwert 0,91 mm ± 1,37 mm) als im Unterkiefer (Mittelwert 0,79 mm ± 1,60 mm). Die Knochenkavitäten waren am kleinsten bei Einzelzahn-Implantaten (Mittelwert 0,74 mm ± 1,39 mm) und im zahnlosen Unterkiefer. Sie waren signifikant größer (p < 0,05) um Brücken-tragende Implantate (Mittelwert 0,96 mm ± 1,54 mm).

Kurze und dünne Implantate führten zu geringerem Knochenverlust als lange und dicke (p < 0,05) Implantate, die in augmentierten Bereichen inseriert wurden, waren im Verlauf des Beobachtungszeitraums insgesamt stärkerem Knochenverlust unterworfen. Dabei war die Art der Augmentation entscheidend. Die Untersuchung der einzelnen Implantattypen ergab die Unterschiede mit der höchsten Signifikanz (p < 0,05). Unabhängig vom Belastungstyp, Suprakonstruktion, Augmentation oder Lokalisierung wiesen Camlog-Implantate den größten Knochenverlust auf (Mittelwert 1,25 mm ± 1,49 mm), gefolgt von Implantaten von DENTSPLY Friadent (Mittelwert 1,16 mm ± 1,69 mm) und Astra Tech (Mittelwert 0,18 mm ±1,07 mm).

Schlussfolgerung

Die Implantat-Abutment-Anschlussgeometrie beeinflusste das Fortschreiten des Knochenverlustes offenbar signifikant.

Quelle: ZZI 2/2016
Autoren: Wolfram Knöfler, Michael Wostratzky, Kai Schmenger

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