Insgesamt wurden sieben Gruppen untersucht. (1) Die Häufigkeit von Periimplantitis allgemein, (2) die Pathogenese von Gingivitis und periimplantärer Mukositis im Tiermodell, (3) die Analyse von Biopsien (Querschnitt aus Humanstudien), (4) die Pathogenese von Gingivitis vergleichen mit periimplantärer Mukositis (experimentelle Humanstudie), (5) die Pathogenese von Parodontitis verglichen mit Periimplantitis (experimentelle Tiermodell-Studie), (6) periimplantäre Mukositis und Periimplantitis am Menschen (Einfluss von Materialverschleiß, Implantatdesign und Oberflächenrauigkeit) und (7) die Pathogenese von Parodontitis verglichen mit Periimplantitis (Querschnittsanalyse von Biopsien aus Humanstudien).

Ergebnisse und Konklusion

Die Periimplantitis zeigt im Querschnitt der Studien keine eindeutigen Prävalenzen. Dies liegt unter anderem daran, dass die betrachteten Studien nur schwer miteinander vergleichbar sind. Unterschiede in den Falldefinitionen und die nicht nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Studienpopulation sind Gründe hierfür.

In tierexperimentellen Studien konnte gezeigt werden, dass Plaque zu schwereren Läsionen und Entzündungen der Weichgewebe um Implantate als um Zähne führt. Ist es im experimentellen Umfeld erst zu einer Mukositis gekommen, konnte eine zügige und vollständige Heilung nur in der Gruppe der ≥70-Jährigen beobachtet werden. Um die periimplantäre Mukositis frühzeitig zu erkennen, welche häufig zu Periimplantitis führt, sollten Implantate regelmäßig kontrolliert werden.

Kommt es trotz aller Vorsorge zu einer Periimplantitis kann man im Gegensatz zu der Parodontitis eine schnelle Progression des Defekts beobachten. Dies führt dazu, dass in Fällen einer Periimplantitis eine Behandlung ohne Verzögerung zu erfolgen hat. Bleibt diese aus, ist im Modell eine Progression der Gewebedestruktion zu beobachten.

Folgerung für den Praktiker

Der Behandler sollte Implantate sowohl in Bezug auf eine periimplantäre Mukositis, als auch auf eine Periimplantitis regelmäßig kontrollieren. Ist eine periimplantäre Mukositis erkennbar, sollte diese frühzeitig behandelt werden, um ein Fortschreiten und ggf. eine daraus folgende Periimplantitis zu vermeiden. Wird eine Periimplantitis erkannt, sollte ohne Zeitverlust therapiert werden.

Originalpublikation // Pervalence and Mechanisms of Peri-implant Diseases // G. E. Salvi, R. Cosgarea, A. Sculean // Journal of Dental Research 1-7  International & American Associations for Dental Research 2016 DOI: 10.1177/0022034516667484 //

Lesen Sie hier die komplette Studie.

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Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.