Diese Querschnittsstudie enthält 212 teilbezahnte Patienten aus Brasilien, welche mit Implantaten versorgt wurden. Die bereits vorhandenen Implantate wurden klinisch und röntgenologisch untersucht, um den periimplantären Status zu bestimmen. Über eine multinominale Regressionsanalyse ermittelten die Studienautoren einen möglichen Zusammenhang zwischen den periimplantären Erkrankungen und dazugehörigen Risikovariablen.

Ergebnisse und Konklusion

Die Prävalenz der periimplantären Mukositis und Periimplantitis  betrugen 64,6 Prozent und 8,9 Prozent bei den 212 untersuchten brasilianischen Patienten. In der vorliegenden multivariaten Analyse konnte gezeigt werden, dass die folgenden Risikovariablen mit den vorgefundenen periimplantären Erkrankungen verknüpft waren: Geschlecht, Plaque Scores und parodontale Blutung auf Sondieren. Außerdem waren das Vorliegen einer Parodontitis und Diabetes statistisch mit einem erhöhten Periimplantitisrisiko assoziiert.

Folgerung für den Praktiker

Die Daten aus der vorliegenden Studie zeigen, dass Patienten mit vorliegender Parodontitis Diabetes und schlechter Mundhygiene anfälliger für die Entwicklung einer Periimplantitis sind, als die Patienten ohne diese Vorerkrankungen. Dahingehend sollten Patienten mit betreffenden Risikovariablen über das erhöhte Risiko einer Periimplantitis aufgeklärt werden. Das soll, wenn möglich, zu einer verbesserten Mundhygiene führen und der Diabetes muss gut eingestellt werden, um das Risiko einer Periimplantitis zu verringern.

Orginalpublikation // Prevalence and risk variables for peri-implant disease in Brazilian subjects // S. D. Ferreira, G. L. M Silva,
J. R. Cortelli, J. E. Costa and
F. O. Costa
// J Clin Periodontol 2006; 33: 929–935 doi: 10.1111/j.1600-051X.2006.01001.x //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.