Insgesamt 89 Patienten (37 männliche/ 52 weibliche, Alter zum Zeitpunkt der Implantation 51,8 Jahre ± 10,3) wurden in die vorliegende Studie eingeschlossen. Von allen eingeschlossenen Patienten wurden die notwendigen Daten erhoben und ausgewertet. Alle Patienten wurden mit demselben Implantatsystem (Ankylos, Densply Friadent, Mannheim, Deutschland) und Suprakonstruktion zwischen Januar 1999 und Juni 2006 (Beobachtungszeit 68,2 ± 24,8 Monate) versorgt. Bei Patienten ohne vorliegende parodontale Erkrankung erfolgte eine Prophylaxe. Alle Parodontitis-Patienten erhielten regelmäßig eine UPT (Unterstützende Parodontale Therapie).

Ergebnisse und Konklusion

Die Mukositisprävalenz auf Patientenebene betrug 44,9 Prozent. Bei Nichtrauchern ohne parodontale Erkrankung lag sie bei 30,4 Prozent und bei Rauchern mit parodontaler Vorerkrankung bei 80 Prozent. Der Risikovariable „Rauchen“ konnte eine starke statistisch signifikante Assoziation zur periimplantären Mukositis nachgewiesen werden. Die Periimplantitisprävalenz auf Ebene der Patienten lag bei 11,2 Prozent. Bei Rauchern mit parodontaler Erkrankung erreichte sie 53,3 Prozent und bei Nichtrauchern 2,8 Prozent. Es konnte keine Periimplantitis bei Nichtrauchern ohne parodontale Vorerkrankung diagnostiziert werden. Die statistische Analyse wies eine signifikante Assoziation mit der Variable „Rauchen“ und „Compliance“ nach. Im Allgemeinen konnte der parodontalen Erkrankung keine signifikante Assoziation mit der Periimplantitis nachgewiesen werden.

Folgerung für den Praktiker

Durch die vorliegende Studie wird gezeigt, dass Rauchen und Compliance wichtige Risikofaktoren für periimplantäre Entzündungen darstellen. Raucher mit bestehenden parodontalen Erkrankungen wiesen die schlechtesten Werte auf. Patienten mit vorliegenden Faktoren sollten hinsichtlich dem erhöhten Periimplantitisrisiko aufgeklärt werden. Wenn möglich, sollte das Rauchen eingestellt und die Compliance angepasst werden.

Orginalpublikation // Prevalence of periimplant disease in partially edentulous patients: a practice-based cross-sectional study // S. Rinke, S. Ohl, D. Ziebolz, K. Lange, P. Eickholz // Clin. Oral Impl. Res. xx, 2010; 000–000 doi: 10.1111/j.1600-0501.2010.02061.x  //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.