Hauptgebäude der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg, wo ein Teil der Studie erarbeitet wurde © Göran Olofsson

Dieser Übersichtsartikel geht auf verschiedene Ursachen für periimplantären Knochenverlust ein. Hierzu gehören die Reaktion auf den Fremdkörper (Titan), die Korrosion, die Primär- und Sekundärstabilität, Langzeitüberlebensraten, marginaler Knochenverlust nach dem initialen Umbau, Implantatoberfläche und die Definition einer Periimplantitis. Hierfür werden insgesamt 60 Studien zitiert und unter den jeweiligen Themenbereichen aufgearbeitet.

Ergebnisse und Konklusion

Bezogen auf den Knochenverlust wird die Zeit im ersten Jahr nach der Versorgung und danach bewertet. Während im ersten Jahr der knöcherne Um- und Abbau als Reaktion auf den chirurgischen Eingriff zu bewerten ist, gibt es für den danach folgenden Abbau unterschiedliche Gründe. Neben Komplikationen während des Eingriffs sind auch patientenseitige Risikofaktoren, Infektionen oder prothetische Ursachen häufig. Periimplantärer Knochenverlust trat nur in 1-2% der Implantate über einen Zeitraum von zehn Jahren auf, wenn gut geschulte Behandler mit gut untersuchten Implantatsystemen arbeiteten.

Folgerung für den Praktiker

Die Verwendung von gut untersuchten Implantatsystemen reduziert das Periimplantitisrisiko auf 1-2%. Der Knochenverlust nach dem ersten Jahr ist neben Problemen während des Einbringens des Implantates auch auf patientenseitige Faktoren und prothetische Gründe zurückzuführen und durch gute Schulung und Vorbereitung seitens des Behandlers minimierbar.

 

Originalpublikation // Initial and long-term crestal bone responses to modern dental implants // Tomas Albrektsson, Bruno Chrcanovic, Per-Olov Östmann & Lars Sennerby // Periodontology 2000, Vol. 73, 2017, 41–50 //

Die komplette Studie finden Sie hier.

Artikelempfehlungen

  • studie

    Fortgeschrittene Periimplantitis

    Evaluation zweier Ansätze zur Oberflächendekontamination

    Durch Langzeitbeobachtungen von sieben Jahren soll diese Studie die Effektivität zweier Methoden zur Oberflächendekontamination evaluieren. Mit fortgeschrittener Periimplantitis infizierte Regionen wurden chirurgisch therapiert und Implantatoberflächen intraoperativ gereinigt.

  • studie

    N. alveolaris inferior

    Gefühlsstörungen nach Nervverlagerung vor Implantation

    In dieser retrospektiven Studie wurden Patienten nach Nervverlagerung und Implantation nachuntersucht, um die Zufriedenheit und postoperative Gefühlsstörungen zu ermitteln.

Teilen:
#
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.