In dieser randomisiert kontrollierten Studie wurde bei zwölf Hunden die Sondierungstiefe an sechs definierten Messstellen (mesiobukkal, mediobukkal, distobukkal, mesiolingual, mediolingual und distolingual) an zwei verschiedenen Implantaten ((1) 48 x SLA, (2) 48 x modSLA) mit verschiedenen transmukosalen Oberflächen ((1) 24 x maschiniert (M), (2) 24 x sandgestrahlt / geätzt (SLA) und (3 + 4) je 24 x chemisch modifiziert (modA, modSLA)) regelmäßig (nach zwei, vier, acht und zwölf Wochen) gemessen. Jedes Tier erhielt acht Implantate (2 x M, 2 x SLA, 2 x modA, 2 x modSLA). Um sicherzustellen zu können, dass immer an der gleichen Stelle im gleichen Winkel gemessen wird, wurde ein individueller Splint hergestellt, welcher die Taschenmesssonde führt. Nach vier, acht, zwölf und 24 Wochen wurden diese klinischen Messparameter erhoben und eine histomorphologische Analyse durchgeführt.

Ergebnisse und Konklusion

Die klinische Auswertung ergab: Regelmäßiges Sondieren führt während der Einheilphase zu einer Zunahme der Taschensondierungstiefen in allen Gruppen. Die histomorphologische Analyse zeigt in den Gruppen M und SLA, dass Sondieren bereits nach acht Wochen zu einer Zunahme der Tasche führte, während in den Gruppen modA und modSLA diese Beobachtung erst nach 24 Wochen gemacht werden konnte. In allen Gruppen bedeutete eine Zunahme der Taschentiefe auch eine geringe Resorption des alveolaren Knochens.

Folgerung für den Praktiker

Die in dieser Studie kontrollierte regelmäßige Sondierung ist für den Praktiker eher von geringerer Relevanz, da er den implantierten Patienten nicht in dieser Häufigkeit kontrollieren wird. Von einer Sondierung während der Einheilungsphase sollte Abstand genommen werden, um keinen frühzeitigen Knochenverlust zu provozieren.

Originalpublikation // Influence of frequent clinical probing during the healing phase on healthy peri-implant soft tissue formed at different titanium implant surfaces:
a histomorphometrical
study in dogs // Schwarz F, Mihatovic I, Ferrari D, Wieland M, Becker J // J Clin Periodontol 2010; 37: 551–562. doi: 10.1111/j.1600-051X.2009.01568.x. //

Die komplette Studie finden Sie hier.

 

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Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.