Ähnlich einer Parodontitis entsteht die Periimplantitis durch die Persistenz eines bakteriellen Biofilms innerhalb der periimplantären Gewebe. Die von den Mikroorganismen sezernierten Toxine haben eine proinflammatorische Wirkung. Eine überschießende Immunreaktion des menschlichen Organismus führt schließlich zur Destruktion der periimplantären Mukosa und des Knochens.

Sowohl der Patient als auch der Behandler tragen in Bezug auf prophylaktische Maßnahmen eine große Verantwortung. So muss der Patient dazu angehalten werden, eine perfekte häusliche Mundhygiene zu etablieren und sämtliche Gewohnheiten, die unter Umständen negativen Einfluss auf die Abwehrmechanismen des Körpers haben (Alkohol, Nikotin, schlechte Ernährung) einzustellen.

Wesentliche Faktoren zur Vermeidung

Von Seiten des Behandlers müssen prä- und postoperativ sämtliche Möglichkeiten zur Vermeidung einer Periimplantitis ausgeschöpft werden. Diese erstrecken sich von der Eliminierung ossärer Defekte im Rahmen augmentativer Maßnahmen bis hin zu einem individuell auf den Patienten zugeschnittenes Recallsystem nach der Implantatinsertion. Sind bereits Anzeichen für eine Periimplantitis vorhanden, sind die diagnostischen Mittel auf die klinische Sondierung etwaiger Zahnfleischtaschen und die zweidimensionale Bildgebung beschränkt. Selbst die DVT-Technik kann zur Darstellung periimplantärer Knochendefekte nicht als zufriedenstellend und ausreichend beurteilt werden.

Konservative Therapieansätze, wie das Scaling mit Kunststoffküretten, die Applikation eines Lasers, der Einsatz von Antibiotika und Pulverstrahlgeräten sind lediglich dann sinnvoll, wenn sich die Inflammation auf die periimplantären Weichgewebe begrenzt zeigt. Knöcherne Destruktionen bedürfen ergo immer einer chirurgischen Therapie.

Generell erachtet Dr. Back die Biologisierung der Implantatoberflächen, die Optimierung der Knochen- und Weichgewebslager sowie ein optimales Emergenzprofil als wesentliche Faktoren zur Vermeidung einer Periimplantitis.

Den kompletten Vortrag sehen Sie im Dental Online College (kostenpflichtig). 

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Dr. Michael Back
geht seit 2006 einer Referententätigkeit nach, Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie/Parodontologie, seit 2009 niedergelassene in der Praxis Dres. Müller-Hotop & Blume in München, 2013: Master of Science für Parodontologie und Implantattherapie, DGP