Tomas Linkevicius, Erstautor der Studie © Tomas Linkevicius

In einer Zeit von sechs Jahren traten bei insgesamt 77 Patienten mit 129 Implantaten mechanische oder biologische Komplikationen auf oder wurden während Kontrolluntersuchungen in diese Studie eingeschlossen. Implantate mit oder ohne residuale Zementreste wurden analysiert. Diese ausgewählten Fälle wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Implantate von Patienten mit Parodontitis (1) und Implantate von Patienten ohne Parodontitis (2). Als Kontrollgruppe wurden bei 66 Patienten insgesamt 238 verschraubte Implantatversorgungen nachuntersucht. Als sekundäres Endziel wurde die Prävalenz der Periimplantitis in allen Gruppen ermittelt.

Ergebnisse und Konklusion

Periimplantäre Erkrankungen zeigten sich bei 62 von 73 Implantaten mit Zementresten (85 Prozent). Alle Implantate der ersten Gruppe entwickelten eine Periimplantitis, davon konnten vier in eine früh und 35 Fälle in eine verspätet entwickelte Periimplantitis eingeteilt werden. In Gruppe zwei wurde bei 20 von 31 Implantaten eine periimplantäre Mukositis diagnostiziert, drei Implantate zeigten eine frühe Periimplantitis und elf Implantate mit Zementresten entwickelten keine biologischen Komplikationen. In der Gruppe ohne residuale Zementreste wurden nur bei 17 von 56 Fällen (30 Prozent) periimplantäre Erkrankungen diagnostiziert. In der Kontrollgruppe mit den verschraubten Implantatversorgungen wurden hingegen nur in zwei Fällen periimplantäre Erkrankungen registriert (1,08 Prozent).

Folgerung für den Praktiker

Es konnte gezeigt werden, dass Zementreste bei Patienten mit Parodontitis häufiger eine Periimplantitis hervorrufen, als bei Patienten mit parodontaler Gesundheit. Somit sollten Zementreste als ein zusätzlicher prädisponierender Faktor in der Entwicklung einer chronischen Periimplantitis angesehen werden. Daraus folgernd sollten verschraubte Implantatversorgung bei Patienten mit Parodontitis als wertvolle Alternative in Betracht gezogen werden.

 

Orginalpublikation // Does residual cement around implant-supported restorations cause peri-implant disease? A retrospective case analysis  // Linkevicius T., Puisys A., Vindasiute E., Linkeviciene L., Apse P.  // Clin. Oral Impl. Res. 24, 2013, 1179–1184 doi: 10.1111/j.1600-0501.2012.02570.x  //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.