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In dieser prospektiven klinischen Studie wurden 65 Implantate mit zementierten Einzelkronen versorgt. Nach dem Zementieren wurden die Überschüsse vom Behandler sorgfältig entfernt und röntgenologisch überprüft. Um die Zementreste zu überprüfen, wurden die Abutments samt zementierter Krone abgeschraubt. Sowohl die Abutment-Kronen-Verbindung, als auch das periimplantäre Gewebe, wurden fotodokumentiert und auf Zementreste als auch Unterschnitte betreffend analysiert.

Ergebnisse und Konklusion

Es wurden 65 Implantate (39 Molaren, 22 Prämolaren, 4 Frontzähne) mit einem Durchmesser von 3,5 – 5,0 mm gesetzt (3,5 mm: 21; 4,0 mm: 34; 5,0 mm: 10). Um die Unterschnitte zu berechnen, wurden die Abutment-Kronen-Verbindungen von vier Seiten fotografiert und vermessen. 118 Stellen hatten einen Unterschnitt von 1 mm, 96 von 2 mm und 46 von 3 mm. Die Zementüberschüsse wurden sowohl für das Gewebe als auch für den Zahnersatz ermittelt (Molaren: 4 Prozent, 7 Prozent; Prämolaren: 3,8 Prozent, 7,3 Prozent; Frontzähne: 3 Prozent, 3,4 Prozent; Ø 3,5 mm: 3,3 Prozent, 7,4 Prozent; Ø 4,0 mm: 7,7 Prozent, 7,7 Prozent; Ø 5,0 mm: 3,9 Prozent, 2,1 Prozent; Unterschnitt 1 mm: 3,5 Prozent, 5,4 Prozent; Unterschnitt 2 mm: 4 Prozent, 8,1 Prozent; Unterschnitt 3 mm: 4,8 Prozent, 8,4 Prozent). In dieser Studie wurde auf konfektionierte Abutments zurückgegriffen, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Folgerung für den Praktiker

Die vollständige Entfernung von Zementresten ist nur schwer möglich. Daher sollte, wenn eine Zementierung gewünscht ist, auf Unterschnitte so weit wie möglich verzichtet werden. Mit individualisierten Abutments ist die Entfernung vorhersagbarer, aber nicht vollständig möglich. Bezogen auf die Periimplantitis sind Zementreste ein ungünstiger Faktor – speziell bei Patienten mit einer vorliegenden Parodontitis.

 

Originalpublikation // Clinical Factors Influencing Removal of the Cement Excess in Implant-Supported Restorations // Egle Vindasiute, DDS; Algirdas Puisys, DDS; Natalja Maslova, DDS; Laura Linkeviciene, DDS, PhD; Vytaute Peciuliene, DDS, PhD; Tomas Linkevicius, DDS, PhD // Clin Implant Dent Relat Res. 2015 Aug;17(4):771-8. doi: 10.1111/cid.12170. Epub 2013 Nov 14. //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.